Jan tanzt aus der Reihe!

Hinterlasse einen Kommentar

Kerstin findet diese positive Nachricht:

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich ein großer Fan von Reportagen und Dokumentationen bin. Sie erzählen oft die kleinen und doch so tiefen Geschichten, die das Leben bereithät, verschwinden leider nur viel zu oft auf späten Sendeplätzen. Letzte Woche lief mal wieder so eine schöne Geschichte bei WDR – Menschen hautnah: „Jan tanzt aus der Reihe“ erzählt die Geschichte von zwei jungen Menschen mit Behinderung, die in einem Altenheim die Chance auf eine Ausbildung bekommen.

Mich hat die Doku sehr berührt, zum Schmunzeln und Freuen gebracht. Sie zeigt, wie toll es gelingen kann, wenn wir jeden Menschen nach seinen Stärken und Talenten bewerten und nicht nach seinen Defiziten. Jan ist ein echter Gewinn für die Bewohner im Altenhein und auch für ihn ergibt sich durch seine Ausbildung ein neuer Sinn im Leben. Er wird gebraucht, geschätzt und hat eine Aufgabe. Toll und mehr als Nachahmenswert, wenn wir in einer Gesellschaft leben wollen, in der Inklusion nicht nur ein Wort, sondern eine alltägliche und eben auch berufliche Selbstverständlichkeit sein soll.

Unbedingter Anschau-Tipp 🙂

Advertisements

Hip Hop für ´ne neue Perspektive

Hinterlasse einen Kommentar

Kerstin findet diese gute Nachricht:

Im WDR bin ich mal wieder auf COSMO TV gestoßen. Das 30-Minuten Format bringt Themen rund um Integration und multikulturelle Gesellschaft und (fast) immer sind es positiv inspirierende Beiträge, die der WDR da bringt…

In der letzten Ausgabe ging es um ein Hip Hop Projekt, dass Jugendliche animiert, durchs Rappen und die Musik vorhandene negative  Energie ins Kreative umzuwandeln. Cosmo TV hat dafür 5 Tage lang die 17-Jährige Ayan begleitet. Sie hat ´ne schöne Schlägerinnen-Karriere hinter sich und ist über das Hip-Hop Projekt von diesem Weg abgekommen. Die Reportage ist interessant. Ich war baff, wie reflektiert und positiv sich die junge Frau artikuliert, wie klar sie die eigenen aber auch gesellschaftlichen Probleme benennt und mit welcher Power sie als Vorbild anderen Migranten zur Seite stehen möchte. Die Reportage hat auch in mir etwas gelöst: Die ganzen Themen rund um Migration und Integration sind POLITIKgemacht…. in der Mitte der Gesellschaft gibt es Haufenweise Projekte und Menschen, die sich jeden Tag dafür einsetzen, dass das multikulturelle Miteinander sehr bereichernd sein kann.

Hier könnt Ihr das COSMO TV Video zu Ayan und dem Hip-Hop Projekt sehen. Und hier könnt Ihr Ayan in einem Hip-Hop Video kennenlernen und Rappen hören.

Tolles Projekt. Tolle junge Frau. Tolle Sendung auf WDR. Tolle Welt. Bitte mehr von alledem 🙂

Wenn die Seele zur Erde findet

4 Kommentare

Kerstin findet die Nachricht:

Foto von Anama Fronhoff

Ich glaube, dies ist die schönste gute Nachricht, die ich hier seit Beginn des Blogs veröffentlicht habe. Selten war ich so berührt, überzeugt, begeistert und ergriffen. Selten hab ich soooo einen tollen Beitrag gesehen und soooo einen Menschen kennengelernt, der das positive Denken verkörpert.

Gestern Abend bei frauTV im WDR wurde Anama Fronhoff vorgestellt. Vor 9 Jahren, im Alter von 33 Jahren, erlitt die ehemalige Intensivkrankenschwester eine Stamm-Hirn-Infarkt – die schwerste Form eines Schlaganfalls. Von jetzt auf gleich war sie gelähmt und sprachlos. Nachdem sie aus dem Koma erwachte, lautete die Diagnose „Locked in Syndrom“ – wer den Film „Schmetterling und Taucherglocke gesehen hat (wir haben darüber berichtet) weiß, was das bedeutet. Der Geist ist völlig da, aber der Körper transportiert keine Signale und Impulse mehr. Man ist gefangen im eigenen Körper.

Die meisten Menschen würden mit so einer Diagnose und so einem Leben aufgeben, scheitern, depressiv werden. Ich zähle mich dazu. Aber Anama Fronhoff nicht. Sie hat ihr neues Leben angepackt. Lernt wieder Sprechen, sitzt in einem Rollstuhl, hat 10 persönliche Assistenten, die sie im Alltag unterstützen. Sie hat einen Hund und zwei Katzen. Sie hat für eine Kopf-Maus gekämpft, mit der sie sich wenigstens schriftlich austauschen kann, sie ist bei Facebook und in anderen Social Communities. Und das wundervolle: Sie hat das Gesicht voller Lachfältchen, ihre Augen leuchten und sie wirkt mit sich und ihrem Leben im Reinen. Viel mehr als so viele andere „gesunde“ Menschen. Unglaublich. Eine wirklich wahnsinnig positiv ansteckende Person.

Auf ihrer eigenen Internetseite schreibt sie einen Satz, der philosophischer nicht sein könnte: „Das Leben stellt sich vollkommen anders dar als vorher, ist nicht mehr zu vergleichen. Ich denke oft, ich erlebe zwei Leben in einem. Und der Rollstuhl fesselt nicht nur meinen Körper, sondern auch meine Seele an die Erde. Es ist zur äusseren und inneren Ruhe gekommen.“

Durch Menschen wie Anama erfahren wir alle, wie vielseitig das Leben ist. Der Körper ist eine Hülle – unsere Seele ist der Anker zum Leben. Ich haben tiefen Respekt vor Anama und spüre seit dem Beitrag über sie eins sehr deutlich in meinem Herzen: Lasst uns aufhören, dem Leben nachzuhetzen – lasst uns anfangen, mit uns selbst und in uns ruhend zu leben. DANKE Anama… ich hoffe, wir hören noch viel mehr von dir und deiner Reise zu deinem neuen Leben.

Und jetzt noch eine Reihe an Linktipps. Nehmt euch die Zeit, es lohnt sich sehr:

Webseite von Anama Fronhoff
frauTV Sendung vom 21.01.2010
Video fauTV im mp4 Format
YOUTUBE-Bericht über Anama Fronhoff bei Quarks und Co
Startrampe – die Online-Community für Rollstuhlfahrer und Querschnittgelähmte

Bildquelle: Anama Fronhoff (DANKE!)

Streetworker – Großer Bruder als Beruf

6 Kommentare

Kerstin findet die Nachricht:

Ein kleines Sommerloch hat uns überkommen – bitte verzeiht, dass es hier etwas ruhiger zuging.

Ich habe vorgestern auf ARD extra eine Wiederholung einer WDR Reportage gesehen, die mich sehr befügelt hat. Die Sendereihe „cosmo TV“ ist vor dem Hintergrund entstanden, ein „Integrationsmagazin“ für alle Zugewanderten und Deutschen zu bieten, dass einfach mal kritisch und lebensnah hinter die Kulissen unserer Multi-Kulti-Gesellschaft schaut. In der Sendung vom 20.07. ging es um zwei Streetworker – Necmi und Ibrahim – selbst zwei junge Männer mit Migrationshintergrnd, die es geschafft haben: Von ganz unten nach oben in ihrem Leben und in die Mitte der Gesellschaft. Nun sind sie Streetworker und, einer in einem Problemkiez in Wuppertal, einer in Köln, für Kids und Jugendliche Ansprechpartner geworden, wenn es um die Fragen geht: Wie soll es weitergehen mit mir? Schule? Ausbildung? Rumhängen? Gewalt, Drogen, Krimininalität? Die Reportage hat sehr deutlich transportiert: Jungs, die mit 12,13 oder 14 schon perspektivlos schienen, haben in den beiden Streetworkern endlich Menschen gleicher Herkunft gefunden, die sie respektieren, die an sie glauben und mit denen sie sich selbst identifizieren können.

Ich finde das eine tolle Nachricht – wir sind ein kunterbuntes Land mit kunterbunten Problemen und es ist toll zu sehen, dass Menschen wie Necmi oder Ibrahim ihre Heimat Deutschland ernst nehmen und ihr Leben so angepackt haben, dass sie nun ihre Erfahrungen weitergeben können und als Vorbild fungieren weil sie den Kids und Jugendlichen,,die nicht wissen, wohin es gehen soll, deren Eltern es nicht schaffen, sich zu integrieren, sagen und transportieren: Nimm dein Leben in die Hand, ich weiß wovon ich rede. Toll. Das könnte kein Thomas oder keine Irene leisten – wer selbst einst eingewandert ist und sich durch den Dschungel der Integration mit all seinen Schwierigkeiten boxen musste, der wird es wohl einfach authentischer ausstrahlen: Deine Heimat bietet dir viele Chancen, glaub an sie und an dich und hör auf, immer nur Scheiß zu machen 🙂 Toll.

Leider konnte ich keine Informationen zur Wiederholung der Sendung finden.

Hier aber der Link zur Seite der Sendung Cosmo TV

Taugt der Pauker? Wenn Schüler ihre Lehrer selbst einstellen!

4 Kommentare

Kerstin findet die Nachricht:

In der WDR-Sendung „echtzeit“ vom 13.04.2008 bin ich über diesen Beitrag gestoßen:

Abi im Alleingang. Wir machen Schule!

„Sie haben sich im vergangenen Jahr von ihrer Schule abgemeldet und ein eigenes Projekt gegründet, quasi eine eigene Schule. Die zehn Freiburger Schüler haben ein Ziel: Sie wollen sich selbst den Stoff fürs Abitur beibringen. Diese Woche schreiben sie ihre erste Prüfung. Nun wird sich zeigen, ob ihr Experiment erfolgreich war. Diskussionen um Schulreformen, G8, kürzere Schulzeit und überlastete Schüler – fast jeder glaubt, dass an unserem Schulsystem vieles marode ist und es an allen Ecken und Enden bröckelt. Und bislang bleibt es meist beim Reden darüber. Niemand handelt wirklich, so empfinden es viele Schüler. Ganz anders dagegen Alwin, Lena und ihre acht Stufenkollegen aus Freiburg. Tausende Schüler haben schon mit dem Gedanken gespielt: Wie wäre es, wenn wir unser eigenes Ding machen? Die zehn Freiburger haben diese Idee zur Realität gemacht. Damit sind sie die Ersten. Helden? Idealisten? Spinner?“

Definitiv Helden, Visionäre und Utopisten. Toll. Schüler, die selbst das Zepter in die Hand nehmen, weil sie aus erster Quelle wissen, wo die Schulen Nachholbedarf haben. Zudem wissen 18-Jährige in der Regel schon ganz gut, wie sie ticken, lernen und was sie an Methoden interessiert. Beste Voraussetzungen fürs „Selbstständig werden!

„Möglich ist dieser Abi-Alleingang durch die so genannten „schulfremden Prüfungen“. Eigentlich sollen damit Berufstätige eine Chance aufs Abitur bekommen – an Systemausbrecher, wie die Freiburger Schüler, hatten die baden-württembergischen Ministerien wohl kaum gedacht, als sie diese Möglichkeit schufen. So raten sie heute auch vom Weg der Freiburger Schulausbrecher ab. Doch sollte das Experiment glücken, dann wird die Diskussionen neu entfacht (…) Den Staat kosten Alwin, Lena und ihre acht Mitstreiter auf jeden Fall nichts. Die Schüler finanzieren ihr Projekt selbst: Dank Zuschüssen von Eltern und Spenden von Unternehmen. (…)“

Sehr schön. Ein Gesetztes-Eigentor, welches schlaue junge Menschen zu nutzen wissen. Klar, das jetzt wieder Panik ausbricht und alles mies geredet wird: Bleibt den jungen Menschen zu wünschen, dass Sie ihr Abi schaffen und einen tollen Job oder Studiumsplatz finden, der zu ihnen passt und der sie glücklich macht. Ganz nebenbei stärken Sie durch ihr Projekt das Selbstwertgefühl ausgewählter Lehrer, die fachlich ware Glücksgriffe sind, im maroden deutschen Schulsystem aber völlig untergehen. Eine wirklich gute Nachricht aus Freiburg!

Ich wünschte, so etwas hätte es zu meinem Abi schon gegeben. Endlich mal eine Chance für mündige Schüler, selbstbestimmt zu lernen und mit ihrem eigenen Weg ans große Ziel zu kommen!

Quelle: WDR echtzeit Beitragstext

Linktipp: WDR echtzeit „Wir machen Schule“ – Beitrag im Netz ansehen!