Die erste Geige in der WG!

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Kerstin findet diese gute Nachricht:

In der ZEIT bin ich mal wieder auf eine Aktion aufmerksam geworden, die ich total witzig und positiv finde. In der wunderschönen sächsischen Stadt Leipzig veranstaltet der Student Felix Pätzold klassische Hauskonzerte – mitten in seiner WG. In 2 Zimmern, Küche, Diele, Bad gesellt sich die 1. neben die 2. Geige, das Cello neben den Kontrabass und die Querflöte neben die Klarinette. Ringsherum Klassik-Interessierte Leute in Jeans und Rollkragen-Pulli, einem Bier und einem mehr oder weniger gemütlichen Platz auf dem Sofa, dem Küchenstuhl, dem Dielenboden oder angelehnt an die Wand. Worum es den jungen Leuten geht, ist das entspannte Musizieren mit entspannten Zuhörern in einer entspannten Renaissance der klassischen Hausmusik. Und so sieht das ganze dann aus – z.B. im Winter, wenn das „WG-Orchester“ das Weihnachtsoratorium von Bach trällert…

Ich liebe es, von solchen Aktionen zu hören. Sie beweisen: Es gibt so verdammt viele Menschen mit guten Ideen, dem Wunsch nach Gemeinschaft und Projekten, die vereinen statt zu trennen. Bei den Leipziger WG-Konzerten spielt Geld und Klamotte keine Rolle: Hier trifft Becks auf Blockflöte – und alle haben einen schönen Abend. Eine gute Nachricht und tolle Aktion! Leipzig – ich komme!

Inspirationsquelle: Die Zeit

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Alter schützt vor Rebellion…zum Glück nicht!

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Kerstin findet die Nachricht:

Heute morgen musste ich sehr schmunzeln, als ich auf Seite 3 der Berliner Zeitung einen herrlichen Artikel über Hausbesetzer in Berlin-Pankow gelesen habe. Es ging nicht um junge Links-Alternative, die in Graffiti besprühten Häusern ihre Szene aufbauen, nein, es ging um eine Gruppe Rentner, die eine schnieke Villa besetzen. In der ist nämlich ihr Seniorenclub. Und der  soll samt Villa geschlossen werden, da der Bezirk die Sanierungskosten nicht tragen kann. Das lassen sich die rüstigen Rentner nicht gefallen und so sind sie in die Villa eingezogen und harren der Dinge.

Ich finde diese Aktion sehr sehr sehr sehr sehr seeeeehr positiv, da sie mir mal wieder 3 Sachen vor Augen führt. Erstens: Älter sein, heisst nicht gleich Pflegeheim. Auch, und besonders im Alter, suchen wir Gemeinschaft und Hobbys. Zweitens: Protest hat schon so manchen Beschluss ins Wanken gebracht, daher lohnt es sich immer, es auszuprobieren. Und Drittens: Von den Älteren können wir Jüngeren diesbezüglich ne ganze Menge lernen – ganz besonders: Man darf sich einfach nicht alles gefallen lassen !

Hier ein kleiner YoutTube-Beitrag von NTV über die Senioren. Und hier geht’s zum Artikel in der Berliner Zeitung.

Ich drücke den Rentnern aus Pankow auf jeden Fall ganz doll die Daumen, dass sie in der Villa bleiben dürfen, und das der Bezirk auch mal Gelder locker macht für diejenigen, die ihren Dienst an der Solidargemeinschaft schon erfüllt haben…

Eine Schule für ein Dorf. Oder ein Dorf für eine Schule?

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Kerstin findet die Nachricht:

… in einer Ausgabe von Focus Schule bin ich hierauf aufmerksam geworden..

Eines Tages fasste Johannes Liess den Entschluss: „Wir gründen eine Schule.“ Damals waren noch vier Einwohner in Lüchow gemeldet, die Häuser waren verlassen, die Dorfstraße leer. Jetzt ist das Dorf aus seinem Dornröschenschlaf erwacht. Heute leben hier 21 Erwachsene und 19 Kinder.

Lüchow, ein Ortsteil von Altkalen im Landkreis Güstrow, ist kein Einzelfall: Wenn irgendwo eine Schule geschlossen wird, versuchen engagierte Eltern eine private Schule zu gründen, sagt Johannes Liess. Mit mehr oder weniger Erfolg. „Das stellt natürlich auch das offizielle Schulkonzept in Frage. Schließlich machen wir vor, dass es auch anders geht.“ Das Bildungsministerium in Schwerin sieht die vielen Neugründungen von privaten Schulen nicht gerne. Um Kosten zu sparen, werden kleine Schulen geschlossen und zusammengelegt, große Schulzentren ausgebaut. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 71 Privatschulen, seit 2001 hat sich ihre Anzahl verdoppelt. Vor dem Schulhaus steht ein feuerwehrroter 9-Sitzer, einer der beiden Schulbusse. Um 7.30 Uhr werden die ersten Schüler abgeholt, 8.30 Uhr beginnt der Unterricht. In diesem Schuljahr wurden 30 Schülerinnen und Schüler in Lüchow unterrichtet. Jahrgangsübergreifend. Zwölf in den Klassen eins bis zwei, 18 in den Klassen drei bis fünf.

Seit der Schuleröffnung gibt es in Lüchow auch ein Dorfgemeinschaftshaus. In der Woche dient es als Speiseraum für die Schulkinder, am Wochenende als Café für die Eltern, nachmittags findet hier Fachunterricht statt, abends werden Filme gezeigt. Im Raum stehen kniehohe Schulbänke, zusammengesammelt aus den geschlossenen Schulen der Umgebung. Es gibt noch ein Schulnebengebäude mit Stall, das Schulhaus ist im Rohbau. Die Finanzen für Gebäude und Schulprojekt stammen aus Eigenmitteln, privaten Spenden, EU-Geldern und einem Kredit. Ein Bauer aus dem Nachbarort hat der Schule das Bauland geschenkt und einen Bagger geliehen.

Dörte Fuchs lebt und arbeitet seit Sommer 2007 in Lüchow. Sie ist Klassenlehrerin für die erste und zweite Klasse. Als sie Freunden und Bekannten auf der Karte zeigte, wo Lüchow liegt, fragten sie, wie man dort nur hinziehen könne. „Für meine Freunde ist das hier die absolute Einöde“, sagt sie. Trotz der Abgeschiedenheit überwiegt für Dörte Fuchs das, was in Lüchow der „Bullerbü-Faktor“ genannt wird: Alle kennen sich, alle helfen sich, für die Kinder ist es das Paradies. „Mein zehnjähriger Sohn findet immer jemanden zum Spielen.“ Nach dem Vormittagsunterricht gibt es für die Schüler Mittagessen. Eine Mutter ist als Köchin angestellt. Der Schulunterricht kostet die Eltern 60 Euro pro Kind und Monat, das Essen 30 Euro.

Der Schulverein ist mittlerweile der drittgrößte Arbeitgeber der Gemeinde. Die Schule hat sechs Voll- und sechs Teilzeitangestellte. Zum Schulanfang im September wird die Schule einen Geschäftsführer und eine Sekretärin einstellen. Auch eine neue Lehrerin wird gesucht. Anfangs wurden die Schulplaner belächelt. Doch die Stimmung in der Gemeinde wandelte sich. Bürgermeisterin Renate Awe unterstützt das Schulprojekt. „Man muss anerkennen, dass die in das Dorf investiert haben“, sagt sie über die Zugezogenen.

Johannes Liess hat eine Vision für das ganze Dorf: 100 Menschen sollen einmal in Lüchow leben. Er plant ein Altenheim, ein Hotel, Bauernhöfe und einen Dorfladen, eine Windkraftanlage und ein Blockheizkraftwerk. Als nächstes eröffnen die Lüchower einen Kindergarten und einen Hort. Und renovieren mal wieder ein Schulgebäude. Der Kaufvertrag für die alte Schule im Nachbarort ist unterschrieben. Irgendwo muss die 7. Klasse 2010 ja mit dem Unterricht beginnen.

Eine tolle Sache! Mut zum Träumen, Platz für Visionen, Menschen, die anpacken. Mich beruhigt es zu wissen, dass in unserem Land immer noch genug Anpacker und Macher/innen herumlaufen,  die Perspektiven aufzeigen und letztlich immer nur eines tun: An das gemeinsame Miteinander glauben und Gesellschaft mitgestalten. Super! Weiter so!

Quelle: OSTSEEZEITUNG  |  Dienstag, 14. Juli 2009  |  von ANKE LÜBBERT

Landschule Lüchow

Lüchow ist aufgewacht (Blogeintrag) :: Landlive :: Community Land und Natur

Artikel in FOCUS Schule

Wo Grenzen verwischen und Integration real stattfindet

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Kerstin findet die Nachricht:

Es ist schon ein paar Tage her, da habe ich in der Berliner Zeitung – auf Seite 3 – einen interessanten Artikel über einen Deutsch-Israelischen Fußballaustausch gelesen. Mädchen aus Israel kamen vor einigen Wochen nach Berlin, um dort mit den Mädchen von Türkiyemspor Berlin gemeinsam zu kickern, gemeinsam Tage zu verbringen und gemeinsam die anderen Kulturen kennenzulernen. Da der Artikel sehr lang ist verlinke ich an dieser Stelle zur Berliner Zeitung und lade euch ein, euch 5 Minuten Zeit zu nehmen und etwas darüber zu lesen, wie Integration in unserem Land jeden Tag aufs neue gelebt und gefördert wird und warum es die großen Medien und die große Politik einfach nicht schafft, sich auf diese Dinge zu konzentrieren und Optimismus zu verbreiten. Sport eignet sich hervorragend, um Grenzen verwischen zu lassen. Denn im Vordergrund steht beim Sport immer nur eins: Das Gemeinsame!

Ein schönes Wochenende allerseits!

Gemeinsam statt einsam

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senioren

Sabine findet die Nachrichten / den Fernsehbeitrag :

Senioren-WGs werden immer beliebter

Schon heute sind die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit im Gesundheitswesen erreicht. Die wirklich gravierenden Auswirkungen der demographischen Entwicklung kommen aber erst noch. Und das betrifft alle Systeme staatlicher Fürsorge: die Renten-, Pflege- und Krankenversicherung. Das Forum „Gemeinschaftliches Wohnen“ sieht in der Krise auch die Chance für einen Paradigmenwechsel: weg von der Versorgungs- hin zu einer Beteiligungs- und Tätigkeitsgesellschaft. Interessant an dieser Entwicklung ist, dass sie aus der Mitte der Gesellschaft heraus angestoßen wird – mit alternativen Wohnprojekten wie Senioren-WGs und organisierter Nachbarschaftshilfe.

„Gemeinsam statt einsam“ war der erste Gedanke von Brigitte Stender, als sie sich vor über zehn Jahren eine Senioren-WG suchte. Der zweite Gedanke war: „Bloß nicht ins Pflegeheim.“ Sie wusste, wovon sie sprach: Sie hat jahrelang in Berlin ein Pflegeheim geleitet. Heute – im Jahr 2007 – lebt Brigitte Stender mit 17 anderen Hausbewohnern in einer Senioren-WG in Hannover-Kronsberg. Jeden Morgen läutet sie bei ihrer direkten Nachbarin Hannelore Schaumann. Und das hat jenseits von Klatsch und Tratsch einen tieferen Sinn: „Wir wollen sehen, ob wir die Nacht gut überlebt haben, ob es uns gut geht, ob wir den Tag genießen können. Das sind Dinge, die wir abfragen. Das ist in unserer Konzeption festgelegt, dass man gewisse Sicherheitsvorkehrungen eingezogen hat und wir schauen, wie es dem Einzelnen geht.“

„Die haben mich einfach wieder so ein bisschen reingeschubst in den Alltag. Wenn die Wohngemeinschaft nicht gewesen wäre, wäre ich im Heim gelandet.“

Und die WG hat auch erste Bewährungsproben hinter sich. Kurz nach ihrem Einzug vor fünf Jahren hat eine Mitbewohnerin einen schweren Schlaganfall erlitten – ganz klar ein Fall fürs Pflegeheim. Gegen den Willen der Ärzte holte die Senioren-WG ihre Mitbewohnerin Christa Lowak allerdings wieder nach Hause. Jeden Tag trainierten sie mit ihr, heute kann sich Christa Lowak wieder selbstständig versorgen: „Anfangs war es ja wesentlich schwieriger. Dann hat man mich sehr gut betreut hier – mit allem. Die haben mich einfach wieder so ein bisschen reingeschubst in den Alltag. Wenn die Wohngemeinschaft nicht gewesen wäre, wäre ich im Heim gelandet.“ Eine solche Erfahrung hat die Hausgemeinschaft näher zusammengebracht und die Senioren-WG an Gemeinschaftssinn und Selbstbewusstsein gestärkt.

Meine Meinung: Ich bin ganz begeistert von diesem Projekt.Der Fernsehbeitrag hat mir so gut gefallen,da ich förmlich die Energie dieser älteren Generation spüren konnte,den Mut sich im „Alter“ nicht aufzugeben,Ideen zu haben und nach vorne zu blicken,ja das hat mich mehr als positiv überrascht! Tolle Idee finde ich 🙂

ZDF Dokukanal / Fernsehbeitrag   :