Hilflose Touris? Einfach mal nett sein. Wirkt nach und steckt an…

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Kerstin möchte gerne das mal erzählen:

Es ist ein Jahr her, dass ich im Urlaub in San Francisco festgestellt habe: Die Menschen da sind unfassbar freundlich. Egal, wo ich stand und fragend durch die Luft guckte – immer kam jemand zu mir und bot mir seine Hilfe an. Völlig verzückt davon, kam ich zurück nach Berlin, beobachtete das deutsche Verhalten, war völlig fassungslos darüber, wie uninteressiert wir mit den Besuchern unserer Stadt umgehen und beschloss für mich: DAS, was mir selbst so gut gefallen hat, möchte ich gerne weitergeben. Und das macht richtig Spaß.

airport-384562_640-2Es ist egal, ob ich an der U-Bahn Station bin, auf einen Bus warte, über eine Straße laufe oder am Flughafen einchecke – in Metropolen wie Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf oder Stuttgart tummeln sich Touristen aus der ganzen Welt, die am Anfang ihrer Reise schlichtweg oft überfordert sind oder nicht wissen, was sie tun sollen.  Dann stehen sie da – vor einem Fahrscheinautomat, an einer Bahnsteigkante, vor einem Busplan oder mitten auf einer Kreuzung und wissen nicht, wie und wo sie hinsollen. Seit meinem USA-Urlaub habe ich mir angewöhnt, einfach stehenzubleiben, wenn ich diese Situation sehe. Ich warte nicht, ich gehe einfach auf die Leute zu und spreche sie direkt an „Ihr seht aus, als wenn Ihr Hilfe braucht“ – wahlweise auf Englisch – „You need some help?“. Und jedes Mal – wirklich jedes Mal – schauen die Leute verdutzt von ihrem Stadtplan oder Smartphone hoch, halten kurz inne und erzählen dann, wo sie hinwollen, was sie überlegen, worüber sie sich unklar sind oder was ihr Problem ist. Fast immer kann mal als „Einheimischer“ helfen und das dauert mal 30 Sekunden, mal eine Minute, wenn man in ein kurzes Gespräch kommt, auch mal 2-3 Minuten. Liegt ja an einem selbst. Das Gefühl ist aber immer das gleiche: Alle sind freundlich, dankbar und freuen sich, neben all den Reiseführern, Apps und Zetteln mal schnell und offline Hilfe bekommen zu haben.

Warum ist das für mich eine gute Nachricht?

Weil es mir jedes Mal zeigt, dass es die verdammt kleinen und selbstverständlichen Gesten sind, die unser Miteinander menschlich machen und die echt jederv on uns selbst leben kann. Was einen selbst freut, kann man auch selbst geben und es hinterlässt ein wohliges Gefühl von „das tut mir nicht weh und macht auch noch ein unheimlich schönes Echo“. 

Darum: „Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“

Und die kinderfreundlichste Stadt ist… BERLIN!

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Kerstin findet die Nachricht:

pixelio.de

Deutschlands Millionenstädte sind kinderfreundlich. Das ist das Ergebnis einer Umfrage mit 2.500 Teilnehmern, die das Städteportal meinestadt.de durchgeführt hat. Auf Platz 1 der kinderfreundlichsten Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern wählten die Internetnutzer die Hauptstadt Berlin – gefolgt von den Metropolen Hamburg, Köln und München. Am wenigsten Stimmen gab es für die Stadt Solingen, die das Schlusslicht der insgesamt 81 Städte bildet.

Was macht eine Stadt zu einer kinderfreundlichen Stadt? Hier sind sich alle Umfrageteilnehmer einig: Ein gutes Schulangebot und ausreichende Betreuungsangebote für Kleinkinder stehen in den Erwartungen der Erwachsenen ganz oben. Die Antworten von Eltern und Kinderlosen hat meinestadt.de dabei gesondert ausgewertet. Eltern stufen das Thema Bildung mit 90 Prozent als wichtigstes Kriterium ein. Für 79 Prozent der Befragten ohne Kinder steht das Thema Betreuung an erster Stelle, dicht gefolgt von guten Bildungsangeboten.

Genügend Spielplätze und freie Spielflächen werden ebenfalls von einer deutlichen Mehrheit gefordert. 60 Prozent aller 2.500 Befragten finden zudem, dass es ein ausreichendes Kultur- und Freizeitangebot für Kinder geben müsse – dabei stufen aber lediglich 35 Prozent die Arbeit von Vereinen als wichtig ein.

Ein weiteres Ergebnis der meinestadt.de-Befragung: Jeder zweite Großstädter erwartet von den Kommunalpolitikern einen höheren Einsatz, damit die deutschen Städte in Zukunft noch kinderfreundlicher werden.

Die Top 10 der kinderfreundlichsten Städte (mit mehr als 100.000
Einwohnern):

1. Berlin
2. Hamburg
3. Köln
4. München
5. Düsseldorf
6. Dresden
7. Frankfurt am Main
8. Aachen
9. Stuttgart
10. Dortmund

Schön, oder? Natürlich haben Dörfer und kleine Städte mit klarer Luft und viel Natur den (für mich) größten Lebenswert. Aber es ist schön zu wissen, dass unsere großen Städte wenigstens Platz und Raum für die Kleinsten in unserer Gesellschaft haben…

Quelle: PM Meinestadt.de vom 02.10.2009
Bildquelle: Pixelio.de

Interkulturell & Interreligiös: Muslime und Juden beten gemeinsam in der Synagoge!

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Kerstin findet die Nachricht:

„Er wolle mehr über die Geschichte der Juden im Rheinland erfahren und wissen, ob und in welcher Weise er und seine türkischen Freunde von den Erfahrungen der Juden in Deutschland lernen könnten – mit dieser ungewöhnlichen Bitte wandte sich der Siegburger Moslem Hicabi Saglam vor einigen Wochen an die jüdische Gemeinde Düsseldorf. Die Gemeinde zeigte sich an dem interkulturellen Dialog interessiert und lud Saglam und weitere 40 Türken aus Siegburg zu einem Synagogenbesuch ein. Als eine der ersten muslimischen Gruppen überhaupt führte Gemeindemitglied Shoshana Rosen die Türken durch das Gotteshaus – und ließ die Gäste sogar den Thoraschrank öffnen.“

Weiter heißt es in dem Artikel von Holger Klein im Kölner Stadt-Anzeiger:

„Synagogenführerin Rosen ließ die beeindruckten Türken – sie gehören keiner Vereinigung an, sondern sind ein Freundeskreis, der sich um die Integration der Türken in Siegburg bemüht – die Thora ausrollen und las auf Wunsch der Gäste Passagen aus der Gebetsrolle vor. Im Gegenzug sang der mitgereiste Vorbeter der Siegburger Moschee in der Synagoge eine Friedenssure aus dem Koran. Selbst ihr Abendgebet verrichtete die muslimische Gruppe in dem jüdischen Gotteshaus. Organisator Hicabi Saglam sagte: „Warum Krieg, warum Streit, warum Tot? Wir sind alle Brüder mit den gleichen Wurzeln.“ Er will den Kontakt mit der jüdischen Gemeinde vertiefen.

Als ich am Wochenende diese Nachricht gelesen habe, fragte ich mich: „Warum schafft es so eine kleine aber sehr bedeutsame Meldung nicht als Aufhänger in die Nachrichtensendung? Ist es nicht mehr als positiv und vor allem sympathisch, zu lesen, wie zwei Kulturen aufeinander zugehen und Barrieren überwinden, um Vorurteile abzubauen und von Gemeinsamkeiten zu profitieren? Diese Nachricht ist so viel mehr wert, als jeder Bericht über die politische Debatte zur Einführung von Islamunterricht oder die Aufklärung mutmaßlicher Wohnungsbrände. Diese Nachricht berichtet ein Aufeinanderzugehen aus der Realität und schafft es, auch bei uns Deutschen, Vorurteile abzubauen und Integration erlebbar- und erfahrbar zu machen. Toll!

Quelle: Der Artikel ist leider nicht im Online Archiv des KSTA zu finden.