Ich hätte gerne das schönste Eis, das du heute verkauft hast!

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Kerstin erlebt grade häufig diese schöne Situation:

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Bildquelle: RonalddeBruijn, pixabay

Als ich vor einigen Wochen am Berliner Hauptbahnhof Heißhunger auf Eis hatte, war ich ziemlich schockiert über das Preis-Leistungsverhältnis. Eine Mini-Kugel für 1,50 Euro – uff. Da ich an dem Tag ziemlich extrem mega gut gelaunt war, bestellte ich, als ich dran war, einfach selbstbewusst und charmant beim Verkäufer die „Größte und Schönste Kugel Schokoeis, die du heute verkauft hast“.

Der Verkäufer musste lachen, hielt inne und schaufelte mir dann ungefähr eine 3 Mal so große Kugel Eis auf die Waffel, wie all meinen Vorgängern in der Reihe. Ich bedankte mich sehr herzlich, wünschte ihm noch viele weitere schöne Kugeln und einen erfrischenden Tag. Er verabschiedete sich mit den Worten „Unser Baileys Eis ist übrigens auch toll!“ und ich verstand den Wink mit dem Zaunpfahl. Beim nächsten Mal also die schönste Kugel Baileys – und das für günstige 1,50 Euro 🙂

Völlig überrascht über diese einfache Art, nicht nur mit Menschen in Kontakt zu kommen, sondern in den stressigen Dienstleistungsalltag von Verkäufern auch einfach ein bisschen gute Laune zu bringen, ist diese Art von Begegnung nun für mich zur Routine geworden – und sie macht toooootal Spaß. Ich bestelle nun die leckerste Pizza, das hoffentlich umweltbewussteste Fahrticket im Bus, die aussergewöhnlichste Briefmarke, die leidenschaftlichste Fahrradreparatur…

Ich muss jedes Mal selbst lachen, meine Gegenüber auch und hatte darüber in den letzten Wochen unglaublich viele schöne, kleine, nette, lustige Alltagsmomente. Probiert es gerne mal aus und berichtet hier gerne, was ihr dabei erlebt habt. Würde mich tooooootal interessieren 🙂

 

Einmal um die Welt, bitte!

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Kerstin findet über Dirk diese gute Nachricht:

Herrlich – bei einem Abendessen mit Freunden habe ich die Geschichte von Berlins bekanntester Ex-Rennfahrerin Heidi Hetzer kennengelernt…

Bildschirmfoto 2014-08-17 um 21.54.09Die mittlerweile 77-Jährige hat zwei ihrer Autohäuser verkauft und sich letzten Monat in einem Oldtimer auf eine 2-jährige Reise um die Welt gemacht. Ich finde das großartig. Auf ihrem Blog nimmt sie einen mit auf diese Reise, schreibt, meldet sich zu Wort, lädt einen irgendwie ein, virtuell mitfahren. Natürlich ist diese ganze Reise durchgeplant, wird von Sponsoren und Medien begleitet – aber ich musste trotzdem sehr schmunzeln. Ich finde es super, dass Heidi Hetzer sich diesen Traum zutraut, ihn lebt und damit bestimmt ganz vielen Menschen Mut macht, einfach auch mal Dinge zu tun, die noch so verrückt scheinen – sie sind es, die das Leben letztlich ausmachen. Und ich nehme mir gerne eine Beispiel dran. Wie heisst es so schön: Willst du normal sein oder glücklich? 🙂

Gute Reise, Heidi Hetzer! Ich hab den Blog abonniert und freu mich einmal gefühlt im Oldi um die Welt zu tuckern 🙂

Heidis Blog: http://heidi-um-die-welt.com

Hilflose Touris? Einfach mal nett sein. Wirkt nach und steckt an…

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Kerstin möchte gerne das mal erzählen:

Es ist ein Jahr her, dass ich im Urlaub in San Francisco festgestellt habe: Die Menschen da sind unfassbar freundlich. Egal, wo ich stand und fragend durch die Luft guckte – immer kam jemand zu mir und bot mir seine Hilfe an. Völlig verzückt davon, kam ich zurück nach Berlin, beobachtete das deutsche Verhalten, war völlig fassungslos darüber, wie uninteressiert wir mit den Besuchern unserer Stadt umgehen und beschloss für mich: DAS, was mir selbst so gut gefallen hat, möchte ich gerne weitergeben. Und das macht richtig Spaß.

airport-384562_640-2Es ist egal, ob ich an der U-Bahn Station bin, auf einen Bus warte, über eine Straße laufe oder am Flughafen einchecke – in Metropolen wie Berlin, München, Hamburg, Frankfurt, Köln, Düsseldorf oder Stuttgart tummeln sich Touristen aus der ganzen Welt, die am Anfang ihrer Reise schlichtweg oft überfordert sind oder nicht wissen, was sie tun sollen.  Dann stehen sie da – vor einem Fahrscheinautomat, an einer Bahnsteigkante, vor einem Busplan oder mitten auf einer Kreuzung und wissen nicht, wie und wo sie hinsollen. Seit meinem USA-Urlaub habe ich mir angewöhnt, einfach stehenzubleiben, wenn ich diese Situation sehe. Ich warte nicht, ich gehe einfach auf die Leute zu und spreche sie direkt an „Ihr seht aus, als wenn Ihr Hilfe braucht“ – wahlweise auf Englisch – „You need some help?“. Und jedes Mal – wirklich jedes Mal – schauen die Leute verdutzt von ihrem Stadtplan oder Smartphone hoch, halten kurz inne und erzählen dann, wo sie hinwollen, was sie überlegen, worüber sie sich unklar sind oder was ihr Problem ist. Fast immer kann mal als „Einheimischer“ helfen und das dauert mal 30 Sekunden, mal eine Minute, wenn man in ein kurzes Gespräch kommt, auch mal 2-3 Minuten. Liegt ja an einem selbst. Das Gefühl ist aber immer das gleiche: Alle sind freundlich, dankbar und freuen sich, neben all den Reiseführern, Apps und Zetteln mal schnell und offline Hilfe bekommen zu haben.

Warum ist das für mich eine gute Nachricht?

Weil es mir jedes Mal zeigt, dass es die verdammt kleinen und selbstverständlichen Gesten sind, die unser Miteinander menschlich machen und die echt jederv on uns selbst leben kann. Was einen selbst freut, kann man auch selbst geben und es hinterlässt ein wohliges Gefühl von „das tut mir nicht weh und macht auch noch ein unheimlich schönes Echo“. 

Darum: „Viele kleine Leute, die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“

Say hello with skateboarding

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Uff, Gänsehaut!

Seit Wochen kreisen die Medien um negative Ereignisse rund um Asylbewerber in Deutschland. Dieses Video zeigt, wie man sich ganz leicht begegnen und hallo sagen kann… Das sind Aktionen von Menschen, auf die unser Land verdammt stolz sein kann!, oder? Danke Franzi aus Runkel für das Finden dieser guten Nachricht!

+++ Eilmeldung +++ Die Welt ist besser, als ihr Ruf

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Bildquelle: Kerstin Müller, Downloaden, Ausdrucken, Aufhängen, Weiterschicken ist ausdrücklich erlaubt :-)

Bildquelle: Kerstin Müller, Downloaden, Ausdrucken, Aufhängen, Weiterschicken ist ausdrücklich erlaubt

Ui ui ui, es ist ziemlich lange her, dass hier etwas passiert ist. Mai, Juni, nun ist es Juli und an der Zeit, diesem Blog mal wieder etwas „Leben“ einzuhauchen. Seit Januar 2008 habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, gute Nachrichten zu sammeln. Ich bin ehrlich, als ich an den Start ging, dachte ich: Es gibt doch 1000 gute Nachrichten, die man bringen könnte. Und nach fünfeinhalb Jahren habe ich, mit Hilfe vieler anderer „Reporter positiver Nachrichten“ noch nicht einmal die Hälfte gefunden. Aber das macht nichts. Es scheint mir eher ein Zeugnis der gesellschaftlichen Lage zu sein, dass wir so wenige gute Nachrichten bewusst sehen, hören, lesen oder auch einfach persönlich wahrnehmen.

Wann immer ich beispielsweise auf Spiegel Online schaue, lese ich die Worte „Krieg“, „Krise“, „Terror“, „Gefahr“, „Affäre“, „Wut“, „Kampf“ – manchmal jeden Tag, manchmal in den Überschriften der ersten 5 Nachrichten hintereinander weg. Uff. Das tut weh. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Die Sprachwahl tut weh – weil sie rein negativ behaftet ist, die Themensortierung tut weh, da sie suggeriert, dass die wichtigsten Dinge alle schlecht sind und es tut irgendwie auch ganz persönlich weh, weil ein Bild entsteht von einer Welt, in der man/frau – nein, ich bleibe persönlich, in der ICH – so auch gar nicht leben möchte, weil ich gerne ein Veto einlegen will: Die Welt ist doch gar nicht so, wie sie mir die Medien jeden Tag präsentieren! Genau genommen betreiben die Massenmedien eine schludrige, einseitige und darüber hinaus schlichtweg miserable Imagearbeit für unsere Welt…

Meine Augen und Ohren sehen und lesen nicht nur Krieg, Terror, Kampf und Wut. Meine Augen sehen ganz oft schöne Dinge. Dinge, die für mich persönlich von viel größerer Bedeutung sind, als eine Situation in einem Land oder in einem Themengebiet, auf das ich sowieso keinen Einfluss habe. Das hat nichts mit „Schönfärberei“ oder „Gleichgültigkeit“ zu tun, diesen Vorwurf höre ich sehr häufig, das ist einfach eine menschliche Wahrnehmung, die dadurch gestärkt wird, dass ich mich intuitiv doch viel lieber mit Dingen beschäftige, die in meinem Umfeld passieren, auf die ich einen Einfluss habe und auf die ich nicht mit Ohnmacht reagiere.

Stellt euch mal folgendes vor: Ein Wesen von einem anderen Planeten betritt unsere Erde. Es möchte wissen, wie die Menschen bei uns leben, wie sie sprechen, wie sie miteinander umgehen, wofür sie einstehen, was ihnen Freude macht und worüber sie traurig sind, was sie Gutes tun und wo es hapert. Das Wesen guckt sich um, und fragt zunächst einen ganz normalen Bürger. Und dann schaut es Nachrichten.

Was würde ein Mensch diesem Wesen wohl über unseren Planeten erzählen? Vielleicht so etwas: „Die Menschen auf unserem Planeten leben in Hütten oder Häusern, Iglus oder unter freiem Himmel. Sie haben viel Platz für sich alleine oder teilen sich mit 80 Leuten ein Gebäude. Die Menschen bei uns sprechen verschiedene Sprachen, aber sie verstehen sich zur Not auch mit Händen und Füßen. Im Großen und Ganzen sind die Menschen friedlich zueinander und lieben es, in einer Gemeinschaft zu sein. Einige fühlen sich wegen bestimmten Dingen benachteiligt und greifen andere Gemeinschaften an. Das ist aber zum Glück nur ein kleiner Teil der Menschen. Viele Menschen stehen für Frieden, Gleichheit und Gleichberechtigung ein, im Grunde lieben sie ihre Freunde und Familie. Sicherheit und Gesundheit ist ihnen besonders wichtig, Angst macht ihnen der Verlust von Wohlstand und die Gefahr von Krieg. Die meisten Menschen auf unserem Planeten sind sehr solidarisch, helfen Schwächeren und führen ein friedliches, ruhiges Leben. Die meisten engagieren sich in Vereinen und spenden etwas, wenn es anderen nicht so gut geht. Woran es noch hapert sind Ideen und Konzepte, wie sie mit gesellschaftlichen Ungleichheiten, dem schnellen Wandel und technischen Fortschritten umgehen können, aber im Grunde ist dieser Planet ein echtes Paradies mit unglaublich viel Natur, Tieren, Wasser, Erde und Freiheit.“ 

Als nächstes schaut das Wesen vom fremden Planeten in die Presse. Es schaut Spiegel Online, Tagesschau und das RTL Nachtjournal und ist danach ziemlich entsetzt. Ich stelle mir vor, wie es dem Menschen, der ihm so viele Sachen erzählt hat, antwortet: „Überall auf eurer Welt schießen sie mit Panzern, überall ist Terror, überall gibt es Probleme mit dem Geld und überall haben die Menschen Affären und Probleme.“ Lotto und das Spiel 77 hat das Wesen überhaupt nicht verstanden und warum Sport und Wetter so wichtig sind,  leuchtet ihm auch nicht ein.

Ich habe keine Ahnung, was das Wesen vom fremden Planeten abschließend denken würde und welches Fazit es schließt – aber ich wage zu bezweifeln, dass es nach den Medienberichten Lust hätte, hier zu bleiben. „Ein Planet voller Gefahren und Ängste.“ Ja, du fremdes Wesen, so erzählt es uns zumindest den ganzen Tag die Presse – und deren Meinung ist doch richtig…

Hoppla. Ich wollte gar nicht so weit ausholen. Zeit für ein Fazit. Wofür ich mit diesem Blog gerne weiterhin einstehen möchte, ist die Sensibilisierung für die Freiheit von uns allen, die Dinge, die auf unserer Welt passieren, selbst zu reflektieren und neben der subjektiven Auswahl von Nachrichtenagenturen und Redaktionen auch selbst als Reporter durch unsere eigene Welt zu gehen.

Ich schließe mit einem kleinen Beispiel grade vom heutigen Tag. Als ich heute morgen überlegte, wo ich ein Kleid für eine bevorstehende Hochzeit shoppen möchte, musste ich mich entscheiden zwischen dem Kurfürstendamm in Charlottenburg und dem Eastgate Center in Berlin-Hellersdorf. Hellersdorf, darüber habe ich heute morgen noch in der Berliner Zeitung gelesen, dass da so viele Nazis sind, die gegen ein Flüchtlingsheim sind. Hellersdorf – da sind die vielen Platten und irgendwie noch ein Hauch von DDR. Aber Hellersdorf ist näher als Charlottenburg, also fahre ich dahin. Im Esprit-Store, und dafür mache ich nun gerne Werbung, wurde ich von einem unfassbar netten Verkäufer so persönlich bedient, dass ich mir ein Kleid gekauft habe, das ich mir nie zugetraut hätte. Er hat mir zugehört, mich ermutigt und mich ernstgenommen. Er hat seinen Job mit Leidenschaft gemacht. Danach, bei Peek & Cloppenburg, auch diesen Namen möchte ich nennen, hat mir eine Verkäuferin voller Ruhe und Aufrichtigkeit bei der Suche nach einem weiteren, zu mir und meiner Person passenden, Kleidungsstück geholfen. Zum Schluss, bei Tamaris, wollte eine Verkäuferin wissen, warum ich am Fuß eine Schiene trage und wir sind, trotz vollem Laden, sehr nett ins Gespräch gekommen. In jedem Laden gab es lächelnde und vor allem freundliche Menschen. So freundliche Menschen, wie ich sie schon lange nicht mehr in Berlin erlebt habe.

Und da schließt sich der Kreis. In dem Radius meiner eigenen Wirksamkeit habe ich heute ausschließlich positive Dinge erlebt: Ich habe einem Obdachlosen etwas gutes getan und ihm eine Zeitung ab-gekauft. Die 3 Verkäufer im Eastgate haben mein Selbstwertgefühl gesteigert und mir wunderschöne Kleidung ver-kauft. Einer Freundin habe ich was Gutes getan und ihr Fahrradtaschen aus-geliehen. Und gleich leiht mir mein Trommellehrer seine Trommel, damit ich darauf üben kann.

Wenn Ihr mich fragt: DAS ist das Leben und das hält, neben den schlimmen Dingen, die definitiv passieren, aber eben in der Tat auch 1000 ganz persönliche gute Nachrichten bereit. Wir müssen sie nur selbst sehen und hören, lesen und riechen, wahrnehmen und genießen.

In diesem Sinne: Viel Spaß beim Reporter-sein der eigenen guten Nachrichten und wer Lust hat, hier mitzumachen, der ist Herzlich Willkommen. Danke auch an alle, die dieses Projekt schon unterstützen und hier mitmachen!

Kerstin*