Mit Fußball gegen Gewalt

Hinterlasse einen Kommentar

Isabell findet in der Frankfurter Rundschau die Nachricht:

Der Junge ist erst fünf Jahre alt. Den Männern am Spielfeldrand ist das egal. „Du Scheiß-Kanacke“, brüllen sie ihn an. Der Grund: Das Kind hat beim Fußball einen gleichaltrigen Gegenspieler umgerempelt. Die Zuschauer an der Seitenlinie schäumen vor Wut. Die Männer sind nicht etwa Rechtsradikale oder Hooligans. Es sind die Eltern der gegnerischen Mannschaft.

„Was sich heutzutage bei Kinder- und Jugendpartien abspielt, ist teilweise unfassbar“, sagt Werner Braun. Der Präsident von Viktoria Urberach schüttelt den Kopf. Beleidigungen, Drohungen und tätliche Angriffe von Eltern und sogar Großeltern von jungen Fußballern, „all das ist leider an der Tagesordnung“, sagt Braun und meint damit nicht nur seinen eigenen Verein. Als Jugendschiedsrichter stand Vereinspräsident Braun selbst schon auf unzähligen Fußballplätzen. Mehr als einmal musste er sich vor prügelnden Eltern in Sicherheit bringen. „Diese Entwicklung darf nicht so weitergehen“, sagt er.

Um das Problem in den Griff zu bekommen, hat der Hessenligist aus Urberach – einem Stadtteil Rödermarks im Kreis Offenbach – jetzt reagiert. „Elternsensibilisierung“ heißt das Projekt, das in wenigen Tagen beginnt und Gewalt und aggressivem Verhalten von Eltern die rote Karte zeigen will.

Damit meint Hirsch aber nicht, dass der Nachwuchs von Problem-Eltern aus dem Verein geworfen wird. „Wir wollen nicht die Kinder für die Fehler ihrer Eltern bestrafen“, betont auch Vereinspräsident Braun.

Stattdessen sollen die Nachwuchskicker in eigens dafür entworfenen Fragebögen das Verhalten ihrer Eltern bewerten. „Schimpfen Mamas oder Papas manchmal laut vom Spielfeldrand aus?“, wird dort gefragt, oder „Freuen sich manche Eltern, wenn du ein Kind des anderen Teams gefoult hast?“ Für jede Antwort gibt es Punkte. Je mehr Punkte zusammenkommen, desto mehr Gedanken sollten sich die bewerteten Eltern über ihr Verhalten machen. „Es kann Vätern die Augen öffnen, wenn ihnen bewusst wird, wie ihr Kind sie sieht“, sagt Hirsch.

Am Ende der Projektphase werden die Kinder ein zweites Mal befragt. Bis dahin sollen die Eltern versuchen, ihre Punktzahl mindestens zu halbieren.

Als weiteres Element hat der Verein eine „Selbstverpflichtungserklärung“ formuliert. Künftig müssen sich Eltern, die ihre Kinder bei den Urberachern anmelden wollen, zu Fairness, Gewaltfreiheit und Toleranz bekennen. „Das soll die Eltern dazu bringen, sich mehr Gedanken über ihr Verhalten zu machen.“

(…)

Den ganzen Artikel: Frankfurter Rundschau

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s