Lernen vom Leben… mit dem Down-Syndrom

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„Ich heiße Carina Kühne und bin 24 Jahre alt. Ich habe das Down-Syndrom.“ So beginnt die Kurzgeschichte, mit der die Seeheimerin den dritten Platz beim Schreibwettbewerb des Bundesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen (BVKM) und der Aktion Mensch belegt hat. Es ging darum, Lebensgeschichten zu erzählen, über Träume und Ängste, Hobbys und Arbeit und über das Leben als Mann oder als Frau. Das Thema des Wettbewerbes: „Frauen sind anders. Männer auch!“

Carina Kühne ist gerne eine Frau. „Man kann sich zwar in Männer oder Frauen hineinversetzen, aber ich will lieber eine Frau sein“, sagt sie. In ihrer Geschichte schreibt sie über ihre Kindergartenzeit, über die Schule, wo sie einen Hauptschulabschluss mit 2,3 geschafft hat und ihre Bemühungen, eine normale Ausbildung zu finden. Im Dieburger Schlosscafé, wo sie seit über einem halben Jahr einen festen Arbeitsplatz als Servicekraft hat, geht sie neben der Arbeit ihrer zweiten Leidenschaft nach und gibt Konzerte auf dem Klavier. „Das macht mir sehr viel Spaß und die Leute sind oft ganz gerührt.“ Während Mutter Margarethe Kühne vor jedem Auftritt vor Aufregung die Hände wringt, ist für Carina Kühne ganz klar: „Je mehr Zuhörer, desto besser!“

Angefangen hat alles mit dem Blockflötenunterricht bei Kühnes Tante. Die Geschichte erzählt Carina Kühne immer wieder gerne: „Ich habe bei meiner Tante geklingelt und gesagt: Ich bin die Flötenkinder!“ Daraufhin habe ihre Tante gefragt, ob sie denn Blockflöte lernen wolle. Seit sieben Jahren spielt sie auch Klavier und hat schon einige Auftritte hinter sich. Mit Begeisterung erzählt sie davon: „Ich habe auch schon beim Down-Syndrom-Kongress in Potsdam, beim ersten Down-Sportlerfestival in Frankfurt und auf der Marienhöhe vor hunderten Leuten vorgespielt.“

Mit dem Schreiben für „Ohrenkuss“, eine Zeitschrift, die von Menschen mit Down-Syndrom gemacht wird, der Arbeit im Schlosscafé und dem Klavierspielen ist Carina Kühne voll beschäftigt. „Ich würde auch gerne mal wieder eine Liebesgeschichte schreiben, aber im Moment habe ich nicht soviel Zeit.“ Dafür lässt sie sich von Erlebtem inspirieren. Besondere Ereignisse kommen ins Tagebuch oder werden zu Artikeln verarbeitet. „Am liebsten mag ich Erlebnisberichte“, sagt sie. „Einmal durfte ich beim Tatort-Dreh in Neu-Isenburg zuschauen und habe darüber geschrieben. Das war sehr spannend.“

Neben dem Schreiben und Musizieren geht sie gerne schwimmen und shoppen, liest oder fotografiert. Für die Zukunft hofft Carina Kühne auf einen Ausbildungsplatz: „Ich will eine Lehre machen und meine Fähigkeiten einsetzen, damit ich meinen Lebensunterhalt selbst verdienen kann.“ Auch der Führerschein ist ein Ziel. „Ich hätte sehr gerne den Führerschein gemacht, aber wegen meiner Sehschwäche geht das nicht so einfach“, bedauert sie. Trotzdem will Carina Kühne die Hoffnung nicht aufgeben. Mit einer großen Portion Zuversicht übt sie am Computer. Ihr Motto: „Ich habe zwar das Downsyndrom, aber ich fühle mich nicht eingeschränkt. Ich bin eben, wer ich bin.“

Danke für diesen wundervollen Artikel über so einen powergeladenen positiven Menschen. „Wow“ – denke ich da immer wieder. Da können WIR ALLE – die anscheinend normalen und gesunden so so so so so viel von lernen!

Quelle: Echo online

Webseite von Carina Kühne

Webseite vom Ohrenkuss-Magazin

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