Wenn der Ex-Banker Würstchen grillt…

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Auf Spiegel-Online habe ich grade – nach etwa 10 Schlamm-Schlacht-Meldungen über den Wahlkampf – eine wunderschöne kleine positive Perle gefunden. Die Geschichte handelt von einem Ex-Banker, der nach seiner Kündigung mitten in der Finnzkrise an sein Erspartes gegangen ist und sich seinen Traum erfüllt hat: Er hat eine Currywurst-Bude neben seiner alten Bank eröffnet. Ich sags ja immer – Krise heißt Wachstum – manchmal werden da Türen endlich geöffnet, die sonst längst verschlossen blieben… Hier aber nun ein Auszug aus dem Artikel:

„Thomas Brauße wickelte als Banker Milliardengeschäfte ab – bis er seinen Job verlor. Jetzt betreibt er in Frankfurt eine Imbissbude, nicht weit von seinem früheren Büro. Manchmal läuft ein ehemaliger Kollege vorbei, ohne zu grüßen. Dabei habe er früher mit dem viel gequatscht, sagt Thomas Brauße. Doch eigentlich stört es den 44-Jährigen mit dem kahl rasierten Kopf und den breiten Schultern nicht. „Ich kann Dinge abhaken“, sagt er. Und die meisten Banker, die er noch von früher kennt, kommen gern zu ihm. Um sich den Bauch vollzuschlagen.

Die Geschäftsidee lag nahe: Brauße selbst hatte oft genug mittags Heißhunger auf Deftiges. Als er noch Banker war, täglich im 20. Stock des riesigen Bürogebäudes Millionen- und Milliardengeschäfte bei einem Wertpapierbroker abwickelte. Jetzt sitzt Brauße vor seinem neuen Imbissbus in der Sonne, in Jeans, Sneakern und einem weißen T-Shirt, die Sonnenbrille auf die hohe Stirn geschoben – und kommt ins Philosophieren: Der Job am Grill sei „viel realer“ als die Finanzbranche, „viel greifbarer. Da gibst du was raus, und es kommt was rein.“ Nicht zu vergleichen sei das mit der stundenlangen Arbeit an PC und Telefon, wo so viel virtuell erledigt wird. Viele einstige Kollegen hätten in letzter Zeit zu ihm gesagt: „Ich hab auch schon dran gedacht“, sagt Brauße. Er wirkt ziemlich entspannt.

Jeden Tag sind es mehr. Geduldig stehen sie mittags Schlange. Sitzen dann zufrieden in ihren dunklen Anzügen auf den Bierbänken vor dem elf Meter langen Imbissbus, fischen Wurststückchen und Pommes aus den weißen Pappschalen. Brauße bietet seit einigen Wochen das, was in dem Viertel um den Frankfurter Messeturm bislang gefehlt hat: Richtig gute Currywurst. Bratwurst. Pommes für 1,60 Euro. Dabei hatte es ihn schwer getroffen, als er seinen Job verlor. Von einem Tag auf den anderen schloss sein Arbeitgeber, die US-Handelsplattform Instinet, ihren Frankfurter Standort. Morgens sei er noch nichtsahnend zur Arbeit gegangen, sagt Brauße – um elf lag dann eine E-Mail im Postfach mit der Bitte, um 14 Uhr vor Ort zu sein. Am Nachmittag war er arbeitslos. Mitten in der Finanzkrise.

(…) Der Hesse hat die Niederlage dann doch recht flott überwunden. Er wollte Frankfurt nicht verlassen, schließlich leben hier seine beiden Töchter, 14 und 12. Ein Job in der Finanzbranche schien zu dieser Zeit unerreichbar. Und die Idee mit der Würstchenbude schwirrte ihm schon lange im Kopf rum. „Ich wollte das eigentlich als zweites Standbein“, sagt Brauße. In der Schreibtischschublade lag noch die Telefonnummer vom Besitzer des Areals, auf dem er jetzt tatsächlich eröffnet hat. Der Zettel sei das einzige gewesen, was er aus dem Büro mitgenommen habe.

Ahnung vom Würstchenbraten hatte der Ex-Banker keine. Aber einen guten Freund in der Gastronomie, der ihm Tipps für den Einkauf gab und Kniffe im täglichen Geschäft erklärte. Ein gutes halbes Jahr später stand er dann da, sein Imbissbus. Natürlich ist der etwas nobler als die Durchschnittsfrittenbude – schließlich muss ein bestimmtes Publikum bedient werden. Bierbänke und -tische stehen auf einem schicken Holzpodest und werden von großen Sonnenschirmen mit dunkelblauem Stoff vor der Sonne geschützt. (…) Einen echten Plan B, falls die Selbständigkeit doch scheitert, hat Brauße nicht. Aber in dieser Situation hilft ihm sein Naturell, das ihn wohl auch zum Profi im Wertpapierhandel hat werden lassen. „Druck macht mir nichts aus“, sagt Brauße mit fester Stimme. „Da werde ich nur besser.“

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