Das Geld-Ebay!

4 Kommentare

Kerstin stolpert über Roland auf diese Nachricht:

smava logo

Allzu oft scheitert die Umsetzung guter Ideen an der Finanzierung des Ganzen. Eine Möglichkeit Projekte zu finanzieren sind neuerdings Bürgerbanken, das sind Internetplattformen wo Bürger andere Bürger finanzieren. Hier gibt es aktuell die vorbildliche Plattform SMAVA: Das älteste Finanzierungsmodell der Welt.

Zum Einstieg ein kleiner Film:

smava ist ein Online-Marktplatz für Kredite von Mensch zu Mensch. Genau wie Privatpersonen bei eBay Sachen verkaufen und kaufen können, ermöglicht smava das Verleihen und Leihen von Geld im Internet. smava ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Anlegern und Kreditnehmern. Der Kreditmarktplatz ermöglicht es Anlegern und Kreditnehmern, sich die bei Bankgeschäften übliche Spanne zwischen Einlagen- und Kreditzins zu teilen. Davon profitieren sowohl der Anleger als auch der Kreditnehmer. smava ist keine Bank. ereits seit 300 vor Christus gibt es in China private Kreditvereine namens „lun hui“, bei denen Geld von Privat zu Privat verliehen wird. In Mexiko ist das Prinzip seit Jahrhunderten unter dem Begriff „tanda“, in Indien unter dem Namen „Kamet“ und in Japan als „Miyin“ bekannt. Trotz unterschiedlicher Namen handelt es sich immer um das gleiche Prinzip. Kredite von Mensch zu Mensch haben also eine sehr lange Tradition.

Auch in Deutschland wurden Mitte des 19. Jahrhunderts Kreditvereine gegründet, aus denen unter anderem auch die Volks- und Raiffeisenbanken hervorgingen. Da die Landbevölkerung und kleine Handwerksbetriebe Kredite damals nur zu Wucherzinsen aufnehmen konnten, gründete Friedrich Raiffeisen 1864 den ersten Darlehenskassenverein Heddesdorf. smava ist die moderne Fortsetzung all dieser Ideen, denn smava ermöglicht den direkten Kontakt zwischen Anlegern und Kreditnehmern.

Eine wirklich gute Nachricht. Die Welt ist bereit für Tauschringe, Bürgerbanken und Privatkredite, bereit, sich dem Geld anders, selbstbestimmer anzunehmen. Das ist fantastisch. Tut mir leid, Herr Ackermann 🙂

Linktipp 1: Smava
Linktipp 2: Stern

Linktipp 3: Bericht in der Tagesschau

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4 Gedanken zu „Das Geld-Ebay!

  1. Ich hab damit ein Problem. Wer fragt eigentlich, woher die Leute so viel Geld haben, dass sie es verleihen können …

    Wozu brauchen Leute, die so viel Geld haben, so hohe Zinsen?

    In meinen Augen ist jeder Mensch genauso viel wert, wie jeder andere Mensch; dazu passt ein solches Finanzgebahren nicht …

    Es schließt die, die in diesem Land finanzschwach gehalten werden – und die gibt es reichlich – aus …

    Ich kann darin keine positive Nachricht finden, liebe Kerstin …

  2. Liebe Berthild,

    deinen Gedanken stimme ich zu. Positiv an dieser Geld-Plattform ist für mich allein der Grundgedanke, dass Menschen zunehmend füreinander einstehen, anstatt ihr Vermögen, ihre Ängste, ihre Guthaben aber auch Sorgen in institutionelle Hände zu geben. „Von Menschen – für Menschen“ – das funktioniert mittlerweile bei Essens-Tafeln, bei Kleider-Sammlungen, bei Wohnungstausch-Projekten und neuerdings auch beim Geld-Verleihen. Das alles zeigt zwei Dinge: Was unsere Regierung alles NICHT geregelt bekommt, aber auch was unsere Gesellschaft wieder zunehmend gewinnt: Menschlichkeit.

  3. Liebe Kerstin,
    gut, ein Anfang ist gemacht, wobei ich schon mein gesamtes Leben lang so lebe: als ich ein 4 jähriger Winzling war – also neulich, vor mehr als einem halben Jahrhundert – hab ich eine Tüte voller Maiblätter – Bonbons geschenkt bekommen. Die wurden damals im Eckladen aus für mich rieeeesigen Gläsern in kleine Papiertüten geschippt. Ich war sooo gücklich und schleppte die offenen Tüte in meinen kleinen Händen! Trafen wir beim Nachhausegehen auf der Straße einen Menschen, hielt ich meine Tüe hin und bot jedem einen Bonbon an. Irgendwann nahm ich mir auch einen. Als wir Zuhause ankamen, war die Tüte leer und Tante Eva, die mir die Bonbons geschenkt hatte, sagte: „Tja, nun hast du alle Bonbons verschenkt! Nun hast du selber keinen mehr.“ Und ich antwortete: „Ich hatte auch einen!“

    Ich war mit einem Bonbon und mit vielen „Danke!?“ der erstaunten Beschenkten sehr glücklich und ich bin masiv auf der Bundesdeutschen Realität aufgeschlagen, als ich Zugang zum Internet und zu Anwalts – tja – bezahlungen heißt das wohl? – hatte und ich fragte mich, in welch einer Notlage Menschen stecken, wenn sie es nötig haben, solche Berge von Geld haben zu wollen.

    Puh, ich bin sooo froh daüber, dass wir jetzt beginnen, uns aus der Starre, die ich seit dem Mauerfall brühwarm überall um mich herum empfunden habe, lösen können und auf einander zugehen!

    Ich hab als DDR Flüchtling mit 5 jährigem Sohn, der nicht blond werden konnte, weil sein Vater Afrikaner mit superbraungebrannter Haut ist – mit so einer Haut, wie sie jetzt so viele Blonde in Sonnenstudios schwer erarbeiten – in Bayern sehr viel Herzlichkeit erlebt …

    Hierher zurück gekommen war eine meiner Aufgaben, denen, die die DDR verherrlichten, zu sagen, dass ich in einer anderen, als in ihrer DDR gelebt habe, dass ich 1989 gehen durfte. Großes Erstaunen und ich erzählte dann, was ich erlebt hatte.

    Jetzt endlich beginnt das, was ich 1990 gesagt habe: „Wir Deutschen haben jetzt DIE Chance! Wir können aus zwei sehr unterschiedlichen Staatformen das jeweils Beste herausnehmen und vereinigen und es nutzen!“

    Ich freu mich drauf!

  4. wenn jemand bereit ist 12& Zinsen zu zahlen,wie schlecht muß es ihm dann gehen.Ein Zinssatz der die Inflationsrate abdeckt und
    eine kleine Gebühr hat was menschliches was drüber hinaus geht ist Geldvermehrung auf kosten anderer

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