Integration gelungen: Neue Moschee in Duisburg

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Kerstin findet die Nachricht:

Beim Durchstöbern der aktuellen ZEIT-Ausgabe ist mir ein Artikel ins Auge gefallen, der absolut positiv ist und wieder einmal ein Thema aufgreift, über das wir hier in diesem Jahr schon mehrfach berichtet haben: Die Integration von Muslimen in Deutschland. In Duisburg wurde Deutschland größte Moschee eröffnet. Geleitet wird sie von Frauen. Dienen soll sie dem interreliösen Austausch. Proteste wie in Berlin und Köln gab es keine. Ein Auszug aus dem Artikel:

(…) Der Erfolg hat viele Ursachen. Die muslimische Gemeinde, die zum türkeinahen Ditib-Verband gehört, galt schon immer als liberal und ist seit Jahrzehnten fest im ohnehin durch Migranten geprägten Stadtteil verwurzelt. Hier hat eine junge pragmatische Generation die Geschicke übernommen, Männer und Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die im Ruhrgebiet aufgewachsen sind und die Spielregeln und Codes ihrer deutschen Heimat kennen. Als der Bau anstand, suchten sie frühzeitig Kontakt zu den Nachbarn und beriefen einen Beirat, in dem Nichtmuslime die Mehrheit haben. Hilfreich war auch, dass die Politiker der Stadt mit dem CDU-Bürgermeister an der Spitze sich von Beginn an hinter das neue Gebetshaus stellten. Und dass die Finanzierung transparent verlief: Den Bau einer interreligiösen Begegnungsstätte innerhalb der Moschee unterstützen Land und EU mit drei Millionen Euro. Der Rest des Baugeldes stammt aus Krediten und Tausenden von Kleinspenden, die Rentner der Gemeinde bei Hausbesuchen in ganz Deutschland gesammelt haben.

Der überraschendste Grund für das Gelingen war jedoch ist ein anderer: Es waren vor allem Frauen, die das Projekt vorantrieben. Das Wunder von Marxloh ist weiblich. Leyla Özmal, Duisburgs Integrationsbeauftragte, hatte die Idee, mit der Moschee für die Muslime eine öffentliche Begegnungsstätte aller Religionen zu bauen. Elif Saat leitet das interreligiöse Zentrum, das Bistro, Bildungswerk und Besucherräume vereint. Und natürlich Zülfiye Kaykin. Geschäftsführerin der Begegnungsstätte ist ihr offizieller Titel. Doch jeder, der mit dem Bauvorhaben zu tun hatte, weiß: Sie ist die eigentliche Macherin der Moschee.(…)

Ich finde es beruhigend und schön zu lesen, dass Hass, Intoleranz und Rechtsextremismus nicht überall wieder an Stärke gewinnen. Globalisierung erfordert Integration und Duisburg hat gezeigt, wie es funktionieren kann. Toll. Und ganz nebenbei dient es wohl auch dem Ruf der weiblichen Muslima, die sonst ja immer nur im Hintergrund zu stehen scheinen.

Quelle: ZEIT, Ausgabe 44

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