Wer nicht sieht hat andere Quälitäten auf die er sich verlassen kann

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„Blind, nicht blöd“ in der FAZ vom 18./19. 10. 2008

Die FAZ-Redakteurin Leonie von Manteuffel portraitiert in ihrem Beitrag: „Blind, nicht blöd“ drei blinde ArbeitnehmerInnen. Neben dem promovierten Soziologen Siegfried Saerberg, Dozent an der Uni Dortmund, am Lehrstuhl für Allgemeine Soziologie, der sich in der S-Bahn auch mal mit seinem sprechenden Laptop auf die Lehrveranstaltungen vorbereitet, kommen auch die Bankangestellte Fatima Haidar, Business-Service-Center der Deutschen Bank und Burkhard Hautow, diplomierter Betriebswirt im Rechnungswesen der Kölner Ford-Werke zu Wort. Alle drei verbindet, dass sie studiert haben, wenn auch unter verschiedenen Vorraussetzungen. Die Herren Saerberg und Hautow waren schon vor dem Studium erblindet, Frau Haidar erst nach Abschluss ihres Studiums in Mathematik, Physik und Informatik. Wichtig für das Finden und behalten eines Jobs ist aus Sicht der drei InterviewpartnerInnen einerseits die Unterstützung durch Arbeitsagenturen, Integrationsfachdienste, Herstellern von speziellen Computerausrüstungen und nicht zuletzt der Mut der Chefetage, sich auf etwas ‚Fremdes’ einzulassen und Zutrauen in die Fähigkeiten der ArbeitnehmerInnen zu entwickeln. Andererseits hängt natürlich auch viel von der eigenen Persönlichkeit ab. So betont z.B. Frau Haidar, wie wichtig es ist, um Hilfe bitten zu können. „Wenn ich etwas nicht kann, sage ich es. Das ‚BL’ im Schwerbehindertenausweis steht für ‚blind’, nicht für ‚blöd’“ sagt sie. Für Burkhard Hautow ist neben der fachlichen Vorraussetzung z.B. Empathie wichtig: „Hilfreich ist es, sich in andere hineinzuversetzen. Ich kann nicht verlangen, dass sich der andere mit Behinderungen auskennt. Fragen zur Behinderung und auch Scherze müssen erlaubt sein.“

Dass Blinde Menschen nicht jeden Beruf in unserer schnelllebigen und profitorientierten Zeit ausüben können, versteht sich von selbst. Dass sie arbeiten können und vor allem wollen, versteht sich aus meiner Sicht ebenfalls von selbst. Dies ist allerdings noch nicht in unser aller Bewusstsein und schon gar nicht in den Köpfen von UnternehmerInnen und PersonalerInnen, die letztendlich über das berufliche Schicksal von Menschen mit Behinderungen entscheiden. Aufklärung z.B. eben durch das Präsentieren positiver Beispiele in renommierten Zeitschriften ist meiner Meinung nach ein guter Weg. Bislang verfügt lediglich ein Drittel der rund 30.000 Blinden in Deutschland über einen Arbeitsplatz, der nicht nur sinnvoll und lustbringend ist, sondern auch den Lebensunterhalt abdeckt. Bleibt zu hoffen, dass ein solcher Beitrag den Weg ins Berufleben ebnet. Immerhin beginnen jährlich rund 50 blinde AbiturientInnen mit dem Studium.

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