Kleine Stadt, so wundervoll!

2 Kommentare

Lars findet die Nachricht:

Interessierte Leser der „Positiven Nachrichten“ wissen möglicherweise, dass meine Frau und ich eine recht lebhafte Ehe führen mit Wochenüberraschungen, Dessous-Einkäufen, Frisörbesuchen etc. Doch nur Insider wissen, dass wir dies nun schon seit zehn Jahren tun. Dies war für uns Anlass genug, eine kleine Hochzeitsreise zu unternehmen, zudem wir dies in aller Ausführlichkeit bisher noch nie taten (wir waren jung, brauchten das Geld, hatten kleine Kinder ….etc.). Nun mag der „All-Inn-Urlauber“ sofort an Türkei, Mallorca oder an andere warme Club-Länder denken. Weit gefehlt….

Da Deutschland zu den TOP-Urlaubsländern zählt (GuteNachrichtenReporter Andi berichtete), blieben wir innerhalb der Grenzen und buchten vier Tage Rothenburg ob der Tauber. Ich gebe zu, es klingt im ersten Moment nicht gerade spektakulär. Doch diese Stadt ist auf jeden Fall eine Reise wert. Dies soll die positive Nachricht dieses Artikels werden.

Da die Stadt ziemlich verkehrsgünstig direkt an der A7 gelegen ist, ist die Anreise mit der PKW kein Problem. Zunächst sieht alles so aus, wie in einer üblichen Stadt: Einkaufszentren, Ampelkreuzungen, Autohäuser, Discounter etc. Doch plötzlich steht man vor einem mittelalterlichen Stadttor und muss auf der einspurigen Einfahrt auf den Gegenverkehr achten. Passiert man nun das Tor, taucht man ein in eine völlig andere Welt. Am besten: Auto stehen lassen und zu Fuß weitergehen.

In die Altstadt kommt man nur durch eines der vier Stadttore; jedes Tor ist eine Sehenswürdigkeit für sich und man taucht ein in eine andere Welt. Die Tore sind verbunden mit einer fantastisch erhaltenen Stadtmauer. Auf der Mauer kann man wie ein Wächter damals um die Stadt herum gehen und nach Feinden Ausschau halten. In der Stadt selber bewundert man – Kopfsteinpflaster unter den Füßen spürend – die prächtigen Bauten, z. B. in der Herrngasse, die auf den damaligen Reichtum der Stadt im Mittelalter hindeuten. Ein ehemaliges Kloster und etliche Kirchen weisen auf die Wichtigkeit des Glaubens zu damaliger Zeit, und vielleicht auch noch heute (?), hin. Im Mittelalterlichen Kriminalmuseum wird verständlich, unter welchen rechtlichen Verhältnissen die Menschen früher lebten und welche Strafen sie für zum Teil geringfügige Übertretungen zu erwarten hatten. An dieser Stelle ein Hoch auf unser Rechtssystem. Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen darf, ist das Käthe Wohlfahrts Weihnachtsdorf, das dem Besucher ganz jährig das weltweit größte Angebot an deutschen Weihnachtsschmuck in einer einmaligen Atmosphäre bietet. Dies zu erleben, ob Weihnachtsfan oder nicht, lässt einem den Mund vor Staunen offen stehen – ich hab´s selbst erlebt!

Viele Sehenswürdigkeiten könnten an dieser Stelle noch erwähnt werden. Auch Naturliebhaber und Wanderfreunde kommen im lieblichen Taubertal voll auf ihre Kosten. Jedoch möchte ich auch von der besonderen Atmosphäre, die man in der Stadt verspürt, berichten: Kleine Gässchen, durch die kein Auto passt, behängt mit Blumenampeln, trennen prächtige mittelalterliche Bauten; Kopfsteinpflaster, auf dem die eine oder andere Kutsche dahinscheppert; altertümlich verkleidete Verkäuferinnen in den Läden, in denen Wurst oder Frankenwein angeboten wird – alles deutet auf eine alte Stadt hin. Zum Kontrast dazu so viele unterschiedliche Menschen aus allen Nationen machen Rothenburg zu einer wiederum sehr modernen weltoffenen Stadt. Allein auf dem riesigen Marktplatz ist zu jeder Tageszeit was los und wenn man ihn mit spitzen Ohren überquert, kann man sicherlich vier bis fünf unterschiedliche Sprachen ausmachen. Wo überall wuselt alt und jung, groß und klein, schwarz und weiß knipsend herum und trotzdem oder gerade deswegen verspürt man eine angenehme Entspanntheit, weil alle vom Flair der Stadt fasziniert sind. Das Ambiente verbindet.

Um auf den Hochzeitstag schließlich zurückzukommen, habe ich mich selbstverständlich nicht lumpen lassen und lud meine Angebetete zu einem feudalen Fünf-Gänge-Candlelight-Dinner in einer urigen Weinstube („dem Löchle“) ein. Der aufmerksame Service, das Ambiente, die Qualität der Speisen alles verdiente Bestnoten. Sogar unsere eigene Speisekarte „für die Gäste …“ hatten wir. Nach dem dritten Gang fiel uns plötzlich auf, dass wir ja noch drei Gänge vor uns hatten…. sind es dann nicht sechs statt fünf Gänge? Auf Nachfragen wurden wir darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Chefin beim Zusammenstellen unserer Speisekarte für diesen unseren Abend letztlich auf keinen Gang verzichten wollte und so sind´s dann sechs Gänge geworden. „Aber keine Sorge… kostet nichts mehr!“ Wie bitte?

Rothenburg ob der Tauber ist auf jeden Fall eine Reise wert. Kommt und erlebt den positiven Flair der Stadt selbst. Viel Spaß und gute Reise! Wir haben uns, trotz des zweiten Besuchs, wieder neu verliebt und freuen uns aufs nächste Mal.

Linktipps:
http://www.rothenburg.de/d/ISY/index.php
http://www.reichskuechenmeister.com/

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2 Gedanken zu „Kleine Stadt, so wundervoll!

  1. Lars,

    besser kann man dieses Städtchen nicht beschreiben….super :-).
    Wir reisen demnächst nach Dinkelsbühl…auch eine Reise wert.

  2. Hey – ich mach bald eine Deutschlandreise. Vielleicht schau ich mir auch Rothenburg mal an. Oder gar Dinkelsbühl? Wo auch immer das sein mag. Klingt nach Norden.

    Danke für die Tipps!

    Machst ganz schön Appetit, lieber Lars. Und nicht nur aufs 6-Gänge-Menü. Obwohl. Pawlov lässt grüßen. Sabber…
    🙂

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