Stell dir vor, du vergisst auf einmal alles…

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Kerstin findet die Nachricht:

Am Mittwoch, den 10. September fand die Preisverleihung zum Wettbewerb „Alzheimer & You – Zeig Dein Engagement“ in Berlin statt. Ausgezeichnet wurden Jugendliche, die sich kreativ mit dem Thema Alzheimer auseinandergesetzt hatten. Überreicht wurden die Preise vom Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Hermann Kues sowie von Heike von Lützau-Hohlbein, der 1. Vorsitzenden der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V., die den Wettbewerb sehr positiv beurteilte: „Die Wettbewerbsbeiträge zeigen, dass die junge Generation demenzkranken Menschen mit viel Hilfsbereitschaft und Respekt begegnet. Das ist von großer Bedeutung für unsere Gesellschaft, denn durch die Zunahme älterer und demenzkranker Menschen wird künftig mehr bürgerschaftliches Engagement und Nachbarschaftshilfe gefragt sein, um die betroffenen Familien zu unterstützen.“

Hintergrund

Der Wettbewerb wurde im vergangenen Jahr von der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. mit Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobt, um Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren zur Auseinandersetzung mit dem Krankheitsbild Demenz anzuregen. Schirmherrin war Bundesministerin Dr. Ursula von der Leyen. Es ging darum, junge Menschen für die Krankheit zu sensibilisieren und für eine aktive Unterstützung der älteren Generation zu gewinnen. Mehr als 600 Jugendliche nahmen die Herausforderung des Wettbewerbs an und reichten 110 kreative Beiträge ein. Dabei arbeiteten die jungen Menschen teils allein, teils gemeinsam mit anderen Schülerinnen und Schülern oder im Rahmen ihrer beruflichen Ausbildung und reichten Fotoarbeiten, Texte oder Projektberichte ein.

Ich habe mir die Gewinner-Beiträge angeschaut und war wirklich baff. Ein toller Wettbewerb zu einem wichtigen Thema. Und es rückt, wie bei so vielen unangenehmen, aber realistischen Themen, in den Vordergrund: Es kann jeden treffen. Schön, dass junge Menschen sich freiwillig mit diesem Thema auseinandersetzen und sich so tiefgründige Gedanken machen.

Linktipp zu den Gewinnerbeiträgen: www.alzheimerandyou.de

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2 Gedanken zu „Stell dir vor, du vergisst auf einmal alles…

  1. Hallo liebe lesende Demenz-Interessierte,
    in diesem Zusammenhang las ich im Stadtteil-Kurier des Weser-Kuriers vom 22.09.08 einen interessanten Beitrag: In der Egestorff-Stiftung in Bremen, einem Heim für ältere Menschen, wurde kürzlich eine „Phantom-Haltestelle“ errichtet. Sie hat ein Bushäuschen mit Bank, eine Halteschild mit Mülleimer, ja sogar ein Fahrplan der Buslinie hängt aus, nur…. es kommt kein Bus. „Die wollen die Alten veräppeln…“, so war auch mein erster Eindruck. Doch die Haltestelle übernimmt eine Vielzahl von Funktionen: Demenzkranke Menschen leiden nicht selten an motorischer Unruhe und sind viel unterwegs; manchmal bis zu 20km täglich. Das Wartehäuschen wird somit als Ruhenische genutzt: Man muss Platz nehmen, warten, kommt zur Ruhe und die Bewohner können sich unterhalten – übers Busfahren natürlich. Das kein Bus kommt, soll nur Nebensache sein: Wenn keiner kommt, geht man halt wieder. Für einen Nicht-Demenz-Erkrankten ist die Phantom-Haltestelle kaum nachzuvollziehen, doch wenn man sich in die Lage eines Demenz-Erkrankten hineinversetzen könnte………

  2. Hey Lars,

    das ist ja interessant. Und wenn es so ist, wie du sagst, dann finde ich das spitze. Helfen kann Demenz Kranken nur, wenn man sie mit und in ihrer Krankheit ernst nimmt. Ich habe das bei meinem Großvater mitbekommen… wenn ich mit ihm über den nicht vorhandenen Bauernhof geredet habe, war er glücklich und zufrieden. Wenn wir ihm eintrichtern wollten, dass es den Bauernhof nicht gibt und nie gegeben hat, dann wurde er sauer und aggressiv. Wir haben ihn damit ja auch nicht veräppelt, sondern ihn in seiner Wahrnehmung, in seinem Film ernstgenommen…

    Ich werde das Bremer Beispiel mal recherchieren.

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