Erfolgreich mit Autisten

2 Kommentare

Sabine findet die Nachricht:

Ein dänisches IT-Unternehmen stellt bevorzugt Autisten ein. Menschen mit Autismus sind meist nur beschränkt teamfähig und weniger belastbar – dafür erledigen sie manche Jobs mit mustergültiger Präzision. Um herauszufinden, wo ihre Stärken liegen, lässt der Chef Bewerber mit Lego spielen.

Das Unternehmen gegründet hat Thorkil Sonne, nachdem die Ärzte bei seinem Sohn eine bestimmte Form von Autismus, den kindlichen Autismus, festgestellt hatten. Eines Tages zeigte ihm der Spross eine Zeichnung. Sonne staunte nicht schlecht. Der damals Siebenjährige hatte am Tag zuvor in einem Europa-Atlas geblättert und die Seitenübersicht aus dem Gedächtnis nachgezeichnet. Jede Seitenzahl stimmte. Jedes Land war an der richtigen Stelle.

„Ich erkannte, dass Autismus mehr sein muss, als eine Behinderung“, erzählt der großgewachsene Däne. Kurze Zeit darauf, im Jahre 2004, kündigte er seinen gut bezahlten Job bei einem Telekommunikationskonzern, belastete sein Haus mit einem Kredit und startete mit Specialisterne. Er hatte nicht viel Geld und keine Ahnung, wie man ein Unternehmen führt. Aber er hatte einen festen Willen: „Ich wollte Menschen wie meinem Sohn eine Zukunft schaffen.“

Vier Jahre später, im Jahre 2008 arbeiten bei Specialisterne 37 Autisten.

Manchmal ist es schwierig, Kunden davon zu überzeugen, dass Autisten eine Arbeit besser erledigen können als gewöhnliche Mitarbeiter. „Sie glauben, dass Behinderte einen billigen Job machen können, aber eben nicht so gut“, sagt der Gründer. „Meine Geschäftspartner haben oft den Film ‚Rain Man‘ gesehen. Sie sind dann verwundert, wenn ich sage, dass wir die Aufgabe besser erledigen können, gerade weil unsere Mitarbeiter behindert sind.“

Andere wiederum denken, Sonne stelle Autisten nur aus Marketinggründen ein, um nach außen sozial zu wirken. „Ich will Menschen mit einem autistischen Spektrum eine Zukunft geben“, weist der Specialisterne-Chef derlei Vorwürfe zurück. Aber natürlich möchte er mit der Geschäftsidee auch Geld verdienen. „Da sind Menschen mit bestimmten Fähigkeiten und ein Unternehmenssektor, der genau diese Fähigkeiten braucht. Warum soll man das nicht verbinden?“

Tatsächlich hatte der Manager lange Schwierigkeiten, die richtigen Leute für den Job zu finden. „Die Abläufe wiederholen sich ständig, dennoch braucht es Detailgenauigkeit“, sagt Krage. Bevor er mit Specialisterne zusammenarbeitete, hatte er Leute, die nicht wirklich motiviert waren und die Aufgabe als unbeliebte Pflicht empfanden. Autisten seien hingegen viel motivierter und könnten den Job genauso schnell, wenn nicht schneller erledigen, als Nicht-Autisten.

Für mich ist das eine positive Nachricht,da es mal wieder ein großer Schritt in Richtung Integration ist. Denn auch behinderte Menschen haben Stärken, Ressourcen und besondere Fähigkeiten .Dieser Artikel zeigt positiv, wie mit mehr gesellschaftlicher Toleranz auch sie einen Platz in der Arbeitswelt finden können und auch geschätzt werden.

Quelle: Spiegel online :

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,570496,00.html

Link-Tip:

http://de.wikipedia.org/wiki/Autismus

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2 Gedanken zu „Erfolgreich mit Autisten

  1. Interessanter Artikel!
    Klar – der Verdacht mit dem Marketing liegt nahe. Aber im Grunde ist die Idee doch wirklich sinnvoll.
    Wie geht ein vernünftiger Arbeitgebe vor? Menschen einstellen, die die Arbeit besonders gut erledigen können.
    Ich hab mir den Wiki-Artikel mal durchgelesen der besagt, dass es in jedem Fall für die Integration und das Selbstwertgefühl autistischer Menschen wichtig ist, einer Tätigkeit nachgehen zu können, die ihren individuellen Fähigkeiten und Interessen entspricht.
    Wie bei allen anderen Menschen ja auch. Es musste sich nur mal jemand die Mühe machen herauszufinden, wie ein geeignetes Arbeitsumfeld aussehen müsste.
    Wenn dabei noch Geld verdient wird – von mir aus.
    Auch die sozialsten Menschen dürfen Geld verdienen. Irgendwie muss das ganze Bio-Futter und die Birkenstocks ja auch bezahlt werden! 🙂

    Ich finde diese Nachricht ausgesprochen gut.

  2. huhu Verena,

    du hast es auf den Punkt gebracht 🙂
    Ich denke:
    Wenn alle Menschen einen Arbeits-Platz passend zu ihren Fähigkeiten und Interessen bekommen würden und nicht nur eine Stelle annehemen müssten um Geld zu verdienen,ja dann wären einige wohl zufriedener als sie es jetzt sind.

    Daher finde ich auch,es sollten in unserer Gesellschaft mehr Interessen und Stärken genutzt und gefördert werden,das schafft allgemeine Zufriedenheit und dies spieglt sich auch in der Arbeit und dem Erfolg nieder.

    was will man mehr???

    🙂

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