Marina Mücheln

1 Kommentar

Jule berichtet von dieser positiven Idee:

Das Geiseltal liegt im südlichen Sachsen-Anhalt. Städte, wie Bad Lauchstädt, Naumburg oder Freyburg, Halle oder Leipzig, liegen in erreichbarer Entfernung. Doch bis vor wenigen Jahren war das Geiseltal ein Inbegriff für brach liegendes Land und Arbeitslosigkeit. Denn hier wurde bis 1993 Kohle abgebaut und hinterließ, wie in so vielen anderen Gegenden, riesige Berge voll Schutt und öde Landschaften.

2003 aber wurde begonnen, das Tagebauloch zu fluten. Nun entsteht hier allmählich ein riesiges Naherholungsgebiet. Wenn die Flutung 2010 beendet sein soll, ist hier der größte künstlich angelegte See Deutschlands geschaffen worden. Geplante und im Bau befindende Campingplätze, Bootshäuser, Ferienhäuser, Hafen, Strandbereiche, Wasser- und Landliegeplätze, Slipbahn sowie gastronomische und touristische Einrichtungen sollen die Basis für ein maritimes touristisches Entwicklungsgebiet bilden.

In Mücheln beispielsweise, ein kleiner Ort, der immerhin auf dem Jakobsweg liegt, ist bereits ein Hafen für kleine Boote und Jachten entstanden, die Marina Mücheln. Hierhin wandten sich meine Eltern und ich neulich an einem schönen Sommersonntag und liehen uns Räder aus, um den See einmal zu umrunden. Wir hatten uns die 42 km lange Strecke für diesen Tag vorgenommen und deckten uns mit Kartenmaterial und Restauranttipps der freundlichen Mitarbeiterin des Informationszentrums ein. Wir radelten vorbei an bereits gefluteten Wäldern, was ein sehr bizarres Bild ist. Vorbei an Aussichtspunkten über den gesamten See. Vorbei an Weinbergen der nahegelegenen Saale-Unstrut-Weinanbauregion. Der See ist so riesig, dass man durch den Wellengang am Wasserrand das Gefühl hat, man befände sich am Meer.

Mittlerweile gibt es außerdem einen Verband Netzwerk Geiseltal e.V., der sich zum Ziel gesetzt hat, seine Heimatregion durch die Vernetzung der regionalen Unternehmerschaft zu unterstützen, strukturfördernde Konzepte zu entwickelt und den Bekanntheitsgrad des Geiseltales zu erhöhen. Der Verband will Investoren, Touristen, neue Einwohner aber auch die einheimische Bevölkerung und Unternehmerschaft für diese Region interessieren und in eine positive Regionalentwicklung integrieren.

Ich finde das eine positive Perspektive für diese wirtschaftlich eher schwache Region, die aber touristisch sehr viel zu bieten hat. Und damit steht sie nicht allein. Die Flutung alter Tagebauten wird in vielen ehemaligen Abbaugebieten realisiert, beispielsweise in der Lausitz, wo ein ganzes „Seenland“ entstehen wird.

Der einzige Nachteil dieser allmählich sich füllenden Seen ist der, dass die Landkarten, die wir käuflich erworben haben, bereits vom vollständig gefluteten See ausgehen. So benötigten wir zur Orientierung – wie soll ich es ausdrücken? – viel Phantasie. Aber ein bisschen Abenteuer darf es ja am Sonntag Nachmittag gern sein.

Link:

www.geiseltal.de (offizielle Homepage)

http://www.geiseltal.com (Homepage des Verbands Netzwerk Geiseltal e.V.)

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Ein Gedanke zu „Marina Mücheln

  1. Leider kenne ich das Geiseltal nicht. Es scheint aber ein gutes Beispiel dafür zu sein, dass sich eine Region, deren wirtschaftliche Boomzeit anscheinend vorbei ist, nicht aufgegeben hat, sondern „Neuland“ denkt. Dieses Neuland besteht im Geiseltal nicht mehr aus Kohle, sondern aus Wasser.

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