Raus aus dem Arbeitsalltag II – Klosterbesuch oder Sabbatical?

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Religion scheint sich in den letzten Jahren im Aufwind zu befinden. Auch wenn die großen Kirchen über Kirchenaustritte klagen, hat die Suche nach Spiritualität Hochkonjunktur. Die Menschen suchen einerseits nach Sinngebung, andererseits nach Erholung von dem von vielen so empfundenen stressigen Alltag. Und diese Tendenz schlägt sich dann doch merklich nieder: Ein mehrtägiger Besuch im Kloster erfreut sich wachsender Beliebtheit. Einer bundesweiten Umfrage der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) zufolge hat sich die Besucherzahl bei 40 Prozent der etwa 300 befragten Klöster in den vergangenen fünf Jahren erhöht. In jedem zweiten Kloster blieb das Interesse unverändert, jedes zehnte verzeichnete rückläufige Zahlen. Die Gründe für einen Besuch im Kloster liegen nach Angaben der Befragten vor allem in der «geistlichen Erfahrung» (39 Prozent) und einer «Auszeit vom Alltag».

Überraschend zeigte sich in der am Dienstag vorgestellten Studie der DOK, dass immerhin 25 Prozent der Klosterbesucher unter 30 Jahren alt seien. Das kann natürlich nicht über die Nachwuchsprobleme der rund 2200 Klöster in Deutschland hinwegtäuschen. Aber es bleibt spannend, welche neuen Impulse der derzeitige Katholikentag in Osnabrück bringt. Wenn man sich den Denkanstößen des Freiburger Erzbischofs Zollitsch anschließen wird, könnte in Zukunft ein neuer Wind in den Klöstern und Gemeinden wehen.

Eine andere Art der Auszeit ist das sogenannte Sabbatjahr oder Sabbatical. Eine solche mehrmonatige bis mehrjährige, meist unbezahlte Auszeit vom Job bietet beispielsweise der Energiekonzrn „RWE“ seinen Mitarbeitern an. Seit 2006 gibt es diese Möglichkeit mit garantierter Rückkehr an den Arbeitsplatz. Bis zu zwei Jahren können Beschäftigte dem Betrieb fernbleiben. Sie können diese Zeit auch in mehrere Abschnitte aufteilen. An einen besonderen Zweck ist diese Auszeit nicht gebunden, erklärt Sabine Nicks, die zuständige Referentin. Die Personaldecke der entsprechenden Abteilung muss eine solche Freistellung natürlich hergeben. Sind bereits mehrere Kolleginnen und Kollegen in Elternzeit, wird es schwierig eine weitere Person zu entbehren. In solchen Fällen, so Sabine Nicks, ist ein Sabbatical Abstimmungssache. Plötzlich erkrankte Angehörige haben dann eine höhere Priorität, als das Bedürfnis, sich für mehrere Monate zur Meditation nach Indien zurückzuziehen. Für den Energiekonzern „RWE“ aber zum Beispiel auch für das Chemieunternehmen „Henkel“ aus Düsseldorf birgt die befristete Freistellung ihrer Angestellten ganz handfeste Vorteile.

„Wir möchten unsere Mitarbeiter unterstützen, wenn sie in Pflegeverantwortung oder Kinderbetreuungsverantwortung kommen, sie nicht im Regen stehen lassen, möchten ihnen Maßnahmen anbieten und insofern nutzen wir, dass die Mitarbeiter ihre Motivation erhalten, dass sie in Ruhe weiterarbeiten können, anschließend und nicht in Panik verfallen, weil sie immer denken, oh, ich muss meine Eltern pflegen, ich muss meine Kinder betreuen und weiß nicht, wie ich das managen soll.“

Die Sabbaticals, so Anke Meier, Diversity Managerin bei „Henkel“, seien ein ausgezeichnetes Mittel um Mitarbeiter nicht nur an das Unternehmen zu binden, sondern sich auch ihrer Loyalität zu versichern.

Übrigens ist ein Sabbatical nicht nur der Privatwirtschaft offen, im öffentlichen Dienst heißt es zwar „nur“ Sonderurlaub, aber auch hier gibt es gute Ideen. Beispielsweise gibt es für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in NRW die Möglichkeit, einige Jahre voll zu arbeiten, aber nur 75 Prozent des Lohns zu bekommen. Dann kann man sich bis zu einem Jahr freistellen lassen, wobei der Lohn weitergezahlt wird. Von den 420.000 Beschäftigten des Landes NRW befinden sich aktuell etwas weniger als 10.000 in einem Sabbatical.

Quelle: Klosterbesuche: Mitteldeutsche Zeitung online

Quelle:  Sabbatical: Deutschlandfunk, Sendung Campus & Karriere vom 3.5.2008

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