Sympathisch: Handgemalte Kunst für die Hosentasche!

9 Kommentare

Kerstin findet die Nachricht:

Ich habe vor einigen Wochen auf utopia.de Nora von der Decken kennengelernt. Nora ist Künstlerin aus Kassel und macht völlig unkonventionelle Dinge, die dazu geführt haben, mich als bislang weniger Kunst-Interesierte, für etwas wundervolles zu sensibilisieren. Ich finde dieses Engagement von ihr so schön, dass es eine positive Nachricht wert ist und ich gerne auf diesen positiven Menschen aufmerksam machen möchte!

Nora malt kleine quadratische Bilder, die alle zusammen ein großes Bild ergeben. Diese kleinen Bilder gibt sie Freunden mit auf Reisen oder klebt sie selbst an den unterschiedlichsten Orten fest: Fensterscheibe, Bankautomat, Türrahmen, Wand… auf der Rückseite der Bilder ist immer der Name des Bildes, seine Nummer und ein kleiner Text, dass es dieses Bild nur ein einziges Mal gibt, und das es sich freut nun einen Besitzer gefunden zu haben. Nora streut also mit ihren Mannaputs – so heißen die kleinen Bilder – Kunst in die Welt, ohne zu wissen, wo die Bilder landen und wem sie gehören. Das einzige, was sie weiß: Kunst wird durch diese Aktion greibar!

Mannput

Ich habe Nora per Email interviewt. Hier ein Auszug daraus:

Nora, hast du schon einmal Feedback von jemanden erhalten, der eines der mannaput-Bilder mitgenommen hat?

Ich habe viele Reaktionen auf die mannaputs bekommen und eine hat mich sehr berührt. Eine Frau aus Hamburg hat in einem der documenta Gebäude eines gefunden und wusste sofort, dass es was anderes ist. Sie schrieb, sie traue sich normalerweise nicht zu atmen in solchen Ausstellungen und ihr Mann
sagte ,er würde sie auch wegen Kunstraub im Gefängnis besuchen. Sie hat es von der Wand gepopelt und dann erfahren, daß das Bild sich bei ihr bedankt. Sie hat mich dann später besucht und mir erzählt, dass „MAMMA 433“ etwas ganz entscheidendes in ihrem Leben bewirkt hat.

Was möchtest du mit deinen Bildern aussagen/vermitteln?

Ich möchte nichts Bestimmtes aussagen. Meine Bilder beantworten mir die Fragen die meine Seele an die Welt hat in einer Weise, die mit Worten nicht zu sagen sind. Im oben genannten Beispiel haben sie etwas transportiert was nicht draufsteht, das können sie wohl.

Nutze diesen Platz, um auf deine Kunst aufmerksam zu machen. Was ist deine Botschaft an alle Kulturbanausen dieser Welt!

„Ich verschenke Kunst. Die Kunst ist sogar auf alte Photos gemalt, wovon ich übrigens viele brauche. Also wenn Ihr mal welche wegschmeissen wollt, lieber mir schicken. Wenn Ihr mal irgendwo in der U-Bahn oder auf dem Klo, im Museum, in der Bar oder irgendwo, ein kleines 8x8cm grosses Bildchen seht, dann könnt Ihr es abnehmen und von hinten anschauen. Da werdet Ihr erfahren, daß es sich freut, daß Ihr es genommen habt und daß es jetzt an Euch liegt was weiter mit ihm geschieht. Also Augen auf im täglichen Hamsterrad, sie sind in der ganzen Welt zu finden, genauer in bisher 40 Ländern und es werden täglich mehr. Sie gehören immer nur dem der sie gerade in der Hand hält, kaufen kann man sie nicht.“

Ich finde es eine wunderschöne Idee. Jeden Tag stolpern wir alle über Flyer und Poster, Müll und Dreck – hetzen durch die Gegend. Noras kleine Bilder tragen dazu bei, einmal genauer hinzusehen, für einen Moment innezuhalten und sich darüber zu freuen, dass man ein selbstgemaltes Unikat gefunden hat. Ich finde dieses Engagement von Nora unterstützenswert. Schön, dass es Menschen wie sie gibt, die selbstlos und unkommerziell etwas Gutes in die Welt senden! Los gehts: Lasst uns mannaputs suchen!

Übrigens. für alle Berlinerinnern & Berliner: Ein ähnliches Projekt gibt es aktuell auch in der Galerie Degenhartt – die Ausstellung heißt „Ausgesetzte Bilder!“

Linktipp: Webseite von Nora von der Decken

Filmtipp: Nora verteilt ihre Bilder auf der documenta in Kassel

Linktipp: Galerie Degenhartt

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9 Gedanken zu „Sympathisch: Handgemalte Kunst für die Hosentasche!

  1. eine wunderschöne, liebevolle „lebenskunst“, die berührt
    bin stolzer übergangsbesitzer eines, vorläufig „meines“ mannaputs (das trägt es im namen)
    und empfehle auch das entsprechende memory dazu (online oder in der hand)

  2. Auch mich hat ein „mannaput“ namens „Eurasia“ gefunden und sich seinen Platz in meiner Wohnung gesucht…Und es macht mich jeden Tag fröhlich, wenn ich es ansehe!…
    Und das ist ein schöner Bericht über dieses wunderbare Projekt!
    Nora von der Deckens „mannnas“ sind wirklich wie kleine geliebte „Kinder“, die sie in die Welt entlässt, um uns mitten im Alltag die ganz unerwartete Freude zu machen, ein Geschenk zu bekommen, ohne Verpflichtung und ohne zu wissen, von wem es kommt….sie wandern durch die Welt und werden „adoptiert“ von denen, die sie entdecken durften. (Und sie werden nicht „ausgesetzt“…. – schlechter Kalauer meinerseits, aber drängte sich auf 😉 ! Interessant übrigens, wie erstaunlich ähnlich im Konzept das in dem Artikel erwähnte jüngere Projekt aus Berlin wirkt..Zufall?
    Allen jedenfalls, die das Glück noch nicht hatten, ein mannaput zu finden oder geschenkt zu bekommen, empfehle ich, die wunderschöne website von Nora zu besuchen, die mannaputs in Form des „memorys“ in ihrer ganzen Schönheit zu sehen (und zu spielen!) und sich im übrigen inspirieren zu lassen von Noras „grosser“ Kunst (die dann auch käuflich zu erwerben ist ;-)! )

  3. Nora hat mir auch ein mannaput Memory geschickt. Für Kunstliebhaber wirklich eine tolle, alternative Geschenkidee!!! Sieht schön aus, macht Spaß und ist keine Serienproduktion!

  4. Hmm,schöne Idee 🙂

    und ich werd ab jetzt einfach meine Augen noch mehr öffnen,mal mit einem anderen Blick durch den Alltag…um vielleicht auch ein´s zu finden 🙂

  5. …in berlin sind aktuell auch noch welche unterwegs. es ist vielleicht auch ganz spannend was man noch so alles findet wenn man was bestimmtes sucht. Liebe Kerstin, danke für den wunderschönen text. es freut mich besonders dich für die kunst sensibilisiert zu haben. es ist mir sozusagen eine ehre.
    nora

  6. da ich leider noch nicht das glück hatte ein mannaput auf der freien wildbahn zu finden habe ich ein memory gekauft … und kann so immer mal eines in der wohnung verstecken…und finden!!!!!
    danke nora

  7. Symphatisch: Handgemalte Kunst..Mannaputs – schon der Name der kleinen Bilder macht Spaß und man weiß gar nicht so richtig warum. Es ist auch faszinierend, wie absolut unterschiedlich die Bildchen im einzelnen sind, die aber dann doch immer einen überraschenden Übergang von einem zum nächsten finden. Das Memory am Computer zu spielen ist Entspannung pur. Noras Maltechniken sind vermutlich wirklich einzigartig – die Idee diese Unikate in der Welt zu verstreuen ist es auch. Die schöne Seele dieser Bilder, Noras Kreativität und Phantasie, Ihr Malstil mit den strahlenden Farben, die Ausdruckskraft Ihrer grazielen Geschöpfe sind nicht kopierbar. Noras Idee, Kunst in dieser Art zu verschenken ist jedoch offensichtlich leichter zu kopieren.

  8. Eine Frage an alle LeserInnen dieses Artikels.
    Findet Ihr es wichtig, daß herauskommt wer diese Idee als erster hatte? Bzw. das es, falls die Idee kopiert ist, in irgendeiner Form öffentlich gemacht wird? Ich bin mit dem Macher der ausgesetzten Bilder in Mailkontakt, aber er beantwortet mir diesebezüglich keine Fragen????? Da es mich doch sehr beschäftigt möchte ich die Frage an Euch weiter geben.

  9. Liebe Nora,

    wichtig ist meines Erachtens die Frage, ob eine Idee kopiert/geklaut wurde, oder ob es ein „Zufall“ ist, dass eine Sache zweimal erscheint. Und diese Motivation kann dir nur der Mensch beantworten, der nun mit seiner / deiner Idee durch die Lande zieht. Parallel könntest du eines machen: Haarscharf beobachten und sobald Presseberichte über die Idee erscheinen, direkt in den Redaktionen anrufen und auf deine Aktivitäten hinweisen. Dann hast du gute Chancen, von selbst aufzudecken, seit wann du diese Art der Kunst betreibst.

    Vielleicht kommt die alles aufklärende Antwort ja noch von ihm. Drück dir die Daumen!

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