Die Schlau-Werd-Stube Kinderkrippe für eine tolle Volkswirtschaft!

3 Kommentare

Kerstin findet die Nachricht:

Der gezielte Ausbau frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit der Kinder in Deutschland erheblich, später ein Gymna­sium zu besuchen. Durch das zu erwartende höhere Lebenseinkommen führt er auch zu einem deutlich größeren volkswirtschaftlichen Nutzen. Dies gilt vor allem für Kinder aus benachteiligten Verhältnissen. Dazu gehören Kinder mit Migrationshintergrund oder geringer Bildung der Eltern. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Bertelsmann Stiftung, die den Einfluss des Besuchs von Kinderkrippen (0 bis 3 Jahre) auf die Bildungsbiographie und die zu erwartenden volkswirtschaftlichen Effekte untersucht. Im Auftrag der Stiftung hatte das „Schweizer Büro für Ar­beits- und sozialpolitische Studien“ (BASS) die Geburtsjahrgänge von 1990 bis 1995 der in Deutschland geborenen Kinder unter die Lupe genommen.
Weiter heißt es:
Der Studie zufolge hat die frühkindliche Bildung einen hohen Einfluss auf den späteren Bildungs­weg. Für den Durchschnitt der Kinder aus den untersuchten Jahrgängen erhöht sich die Wahr­scheinlichkeit, ein Gymnasium zu besuchen, von 36 Prozent auf rund 50 Prozent, wenn sie vorher eine Krippe besucht haben. Für benachteiligte Kinder liegt die Verbesserung der Bildungschancen durch einen Krippenbesuch noch höher. Von diesen Kindern gehen rund zwei Drittel mehr aufs Gymnasium.Auch der langfristige volkswirtschaftliche Nutzen durch den verstärkten Ausbau von Krippenplät­zen ist erheblich. Ein Gymnasialabschluss erhöht die Wahrscheinlichkeit, ein höheres Lebensein­kommen zu erzielen. Die durchschnittliche Differenz zwischen den erwarteten diskontierten Lebenseinkommen von Personen mit und ohne Abitur beträgt rund 230.000 Euro. Hiervon sind durchschnittlich fast 22.000 Euro an Brutto-Mehreinkommen (inkl. Arbeitgeberbeiträge) auf Effekte des Krippenbesuchs zurück zu führen. Die Berechnungen basieren auf Querschnittdaten für die Jahre 1996 bis 2005 des Sozioökonomischen Panels (SOEP), zu Preisen von 2005. Damit werden durch den Krippenbesuch eines Kindes volkswirtschaftliche Nutzeneffekte ausgelöst, die nahezu dreimal höher sind als die entstandenen Kosten für den Krippenbesuch von rund 8.000 Euro für eine durchschnittliche Verweildauer von 1,36 Jahren.
Eine, wie ich finde, nur auf den ersten Anschein positive Nachricht: Es freut mich, dass statistisch gesehen Krippenkids gute Chancen haben und sogar richtig pfiffig werden. Also: Weg mit dem Schmuddel-Image der weggegebenen Kinder. Was ich aber nur scheinbar positiv finde ist die Reduzierung von früh erlangtem Bildungsgrad auf spätere Wirtschaftlichkeit. In was für einer Gesellschaft leben wir? Sollte es nicht die positive Nachricht sein, dass Kinderkrippen eine offiziell anerkannte frühkindliche Betreuungs- und Bildungsform für die Frühförderung von (Klein)-Kindern sind? Es reicht doch, zu wissen, dass eine Krippe eine angesehene und mittlerweile endlich auch geschätzte Anlaufstelle für berufstätige Eltern ist. Muss man eine Zwei-Klassen-Gesellschaft dennoch wieder über das alt beliebte Thema Jahreseinkommen und Bruttolohn führen? Dreht sich der Spieß nun und sind die Glucken-Mütter die Bösen? Wann hört unsere Gesellschaft endlich auf, in VWL-Welten zu denken. Hagt mal jemand gefragt, wie es Mütern und Kinder mit und in der Krippe GEHT?Also: Eine leider nur scheinbar positive Nachricht. Oder?

Quelle: Bertelsmann Stitung

Zum Weiterlesen: Zeit Online Artikel „Kinderkrippen: Über Ideologien in deutschen Mütterköpfen“

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3 Gedanken zu „Die Schlau-Werd-Stube Kinderkrippe für eine tolle Volkswirtschaft!

  1. Liebe Kerstin,
    danke, dass du bermerkt hast, was die „Bertelsmann-Stiftung“(kann man alles in http://www.patient-informiert-sich.de nachlesen), im Moment für unsinnige „Studien“ herausgibt.
    Wäre doch wirklich prima, wenn alle guten Staatsbürger ihre Winzlinge gleich in der Krippe abgeben würden, damit man sie im Alter bis zu 3 Jahren zu guten „Staatsbürgern“ erziehen kann. Hat doch in der DDR schon „so gut“ geklappt.
    HALLO IHR DA DRAUSSEN – AUFWACHEN!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Eine 68er Revolution ist fällig…..

  2. Hallo!

    Ja, die Bertelsmänner – und Frauen haben, glaube ich, ganz schön Dreck am Stecken. Man munkelt, sie arbeiten im Auftrag der Bundesregierung. Wenn man sich mal überlegt, was sie a) für einen Einfluß auf unsere Gesellschaft haben (sie sind eine der vom Finanzvolumen stärksten Stiftungen Europas) und b) für eine astreine Außendarstellung betreiben. Nur komisch, dass Sie immer Themen zu Themen machen, wenn die Gesellschaft eigentlich schon einen Schritt weiter war.

    Auf http://www.diegesellschafter.de läuft gerade eine sehr spannende Debatte über Bertelsmann.

    Der einzige Trost: Was soll man schon großes vom Bertelsmann Konzern erwarten?

    Um zurück zu unserem positiven Augsngspunkt zu kommen: Es tut sich was in der Gesellschaft. Die Medien mögen es ignorieren, aber was derzeit in den vielen Social Communities (Utopia, gesellschafter) diskutiert wird, zeigt, dass die Menschen noch eine eigene Meinung haben – und diese auch vertreten. Gratulation Bürgermedien!

  3. bertelsmann hin oder her….

    es ist eine tatsache, dass in deutschland die frühförderung vernachlässigt wird.
    in den skandinavischen pisa-spitzenländern wird viel mehr in die frühförderung als in die gymnasiale oberstufe investiert, in deutschland ist das genau umgekehrt.

    in der oberstufe planscht das kind allerdings schon munter im brunnen umher, da ist nicht mehr viel zu machen für chancengleichheit etc.

    frühförderung halte ich daher für wahnsinnig unterschätzt!
    ich denke dabei allerdings eher beispielsweise an die frühe erkennung und spezielle förderung von sinnesbehinderungen oder daran sicherzustellen, dass kinder bestimmte dinge (z.b. sprache) lernen, bevor sie in die schule kommen und weniger an die erziehung zu guten staatsbürgern.

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