Umsatteln aufs Fahrrad, weg mit dem Winterspeck…der Streik hat auch Vorteile!

2 Kommentare

Kerstin formuliert eine positive Nachricht:

In Berlin streikt ver.di in Schulen, Behörden, bei der Polizei, dem Ordnungsamt, den Wasser- und Reinigungsbetrieben und allen voran der Berliner Vekehrsgesellschaft BVG. In der Hauptstadt fährt seit Montag keine U-Bahn mehr und keine Straßenbahn, kein Bus und keine Touri-Shuttles. Wer sich in Berlin Mitte und außerhalb des bekannten „Rings“ bewegt, braucht keine S-Bahn, sondern nun seine Füße oder Beine.

Als ich heute vom Büro zu Fuß nach Hause gelaufen bin (4 km, etwa 35 Minuten) war ich überhaupt nicht sauer und auch nicht frustriert. Denn folgendes war zu erkennen: Legt man im normalen hochmobilisierten Alltag diese Strecke mit der Straßenbahn per 6 Stationen in 7 Minuten zurück, begegnen einem auf dieser Kurzstrecke mindestens 7 MP3-hörende Studenten, 5 Bier trinkende Feierabendler und noch 3 feiernde Döner-essende Touristen. Alltag. Im Gesicht eines jedes einzelnen abzulesen: Lasst mich bitte in Ruhe, ich will schnell nach Hause.

Heute war das Bild ein völlig anderes: Die Straßen waren voller Fahrräder. Hechelnde, untrainierte Anzug-Träger mit der Aktentasche auf dem Gepäckständer, übermüdete Zausel-Köpfe auf nem klapprigen Zweite-Hand-Rad, Gruppen von Kollegen zu Fuß auf dem Weg zum Parkplatz, schlendernde Menschen, die den Fußweg nach Hause nutzten, um beim Thai-Gemüsemarkt noch schnell was einzukaufen. Und nirgends auf meinem langen Fußweg habe ich einen miesepetrigen, schimpfenden, böse guckenden Menschen gesehen. Niemand hatte eine Bierflasche in der Hand. Keiner einen Döner und MP3-aus 7 paar Ohren war heute auch nicht dabei. Ich finde dies ganz persönlich eine wundervolle Nachricht, denn halte ich es mal völlig sachlich gesehen fest, beweist der Streik der BVG hier in Berlin

– die Menschen brauchen weniger Mobilität, als Ihnen angeboten wird

– die Menschen haben mehr Zeit, als sie glauben

– die Menschen brauchen keine Supermarkt-Discounter, sondern den kleinen Laden auf dem Nach-Hause-Weg

– die Menschen trinken beim Fahrrad fahren weniger Alkhohol 🙂

– und sie  bewegen sich, lächeln und wirken… ZUFRIEDEN!

Der Streik soll noch zwei Dauern andauern. Mal sehen, ob sich die Solidarität der Berliner hält. Das wäre eine super positive Nachricht. Und die Sportbeauftragten unseres Landes dürfte es auch freuen… Ab Montag soll auch noch die S-Bahn streiken. Dann geht garnichts mehr. 6 Millionen Füße auf dem Weg von A nach B. Toll!

Was denkt ihr darüber? 

Quelle: Subjektive Wahrnehmung

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2 Gedanken zu „Umsatteln aufs Fahrrad, weg mit dem Winterspeck…der Streik hat auch Vorteile!

  1. zunächst: super! klingt ja wirklich nach einem schlaraffenland der guten laune. vielleicht ist das genau die richtige aktion, menschen wie dir mal zu zeigen, dass es wirklich gut tun kann, mal auf die bequemlichkeit zu verzichten. 😉

    allerdings: so mancher wohnt sicher mehr als 4 km von der arbeit entfernt und hat vielleicht viel größere schwierigkeiten, zu seiner arbeitsstelle zu kommen. oder benutzt stattdessen das auto, was ja auch nicht gerade sinn der sache ist. vielleicht kommen kinder zu spät zum turnverein. vielleicht wurde dem typen, der in berlin immer die strafzettel in der u-bahn an irritierte fahrgäste verteilt, sein lebensinhalt genommen. vielleicht, vielleicht, vielleicht! horrorszenarien tun sich auf!

    aber: wir wollen’s ja positiv sehen! macht ja nicht nur stress, kann sogar spaß machen – wie du das so schön beschrieben hast. außerdem: dauert ja nicht so lang, bis dahin wurde vielleicht die ein oder andere couch-potato bzw. tram-potato zum radeln bekehrt.

    ich selber bin viel zu ungeduldig für bus und bahn. ich lebe allerdings auch in einer stadt, in der man so ziemlich alles schneller mit dem fahrrad erreicht.

    ich finde auch du solltest nicht so streng zu den mp3-studenten sein! immerhin noch besser als handy-speaker.
    ich bin nämlich eine von ihnen. sehr gern mit mp3. auch beim gehen übrigens. da musst du duch, meine liebe. so viel toleranz muss sein! 🙂

  2. grossartiger blickwinkel, ich danke. und es stimmt total: man bräuchte sich nur ein fahrrad kaufen und schon kann es losgehen. gesünder, ökologischer, billiger = glücklicher. toll! vielleicht spare ich mir das monatsticket, packe ein paar euronen drauf und leiste mir ein fahrrad. 🙂

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