Beiträge getaggtintegration
Hatice Akyün erhält Preis für Toleranz und Zivilcourage
Kerstin findet die Nachricht:
Die Journalistin und Schriftstellerin Hatice Akyün erhält den Duisburger Preis für Toleranz und Zivilcourage. Am Auschwitz-Gedenktag, dem 27. Januar, werde die Autorin in der jüdischen Gemeinde mit dem Preis geehrt, teilte das Bündnis für Toleranz und Zivilcourage mit.
Akyün rücke in ihren Büchern humorvoll und pointiert den Eigenarten ihrer türkischen und deutschen Landsleute zu Leibe, hieß es in der Preisbegründung.
Akyün, geboren 1969 in Zentralanatolien, kam 1972 mit ihrer Familie nach Duisburg, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbrachte. Sie schrieb für «Emma», «Max» und den «Tagesspiegel». Für den «Spiegel» verfasste sie Reportagen über den Brandanschlag in Solingen und die Situation zehn Jahre später. Mit ihrem Buch «Einmal Hans mit scharfer Soße» gelang ihr auf Anhieb ein Bestseller. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Hamburg.
Ich gratuliere Hatice Akyün! Toll, dass endlich auch deutsch-türkische Frauen den Mut aufbringen, mit Intelligenz, Charme und Stil zur Integration in Deutschland beizutragen. Wir brauchen noch viel mehr solcher Vorbilder. Zu Hatice Akyün empfehle ich eine Auswahl an Video- und Online-Lektüre:
Linktipp 1: Homepage von Hatice Akyün mit vielen Beiträgen und Interviews
Linktipp 2: Das Stadtgespräch mit Hatice Akyün auf TV Berlin
Linktipp 3: Hatice Akyün als Bloggerin beim Blog der WAZ
Foto: www.akyuen.de
2 comments Januar 18, 2009
Integration gelungen: Neue Moschee in Duisburg
Kerstin findet die Nachricht:
Beim Durchstöbern der aktuellen ZEIT-Ausgabe ist mir ein Artikel ins Auge gefallen, der absolut positiv ist und wieder einmal ein Thema aufgreift, über das wir hier in diesem Jahr schon mehrfach berichtet haben: Die Integration von Muslimen in Deutschland. In Duisburg wurde Deutschland größte Moschee eröffnet. Geleitet wird sie von Frauen. Dienen soll sie dem interreliösen Austausch. Proteste wie in Berlin und Köln gab es keine. Ein Auszug aus dem Artikel:
(…) Der Erfolg hat viele Ursachen. Die muslimische Gemeinde, die zum türkeinahen Ditib-Verband gehört, galt schon immer als liberal und ist seit Jahrzehnten fest im ohnehin durch Migranten geprägten Stadtteil verwurzelt. Hier hat eine junge pragmatische Generation die Geschicke übernommen, Männer und Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die im Ruhrgebiet aufgewachsen sind und die Spielregeln und Codes ihrer deutschen Heimat kennen. Als der Bau anstand, suchten sie frühzeitig Kontakt zu den Nachbarn und beriefen einen Beirat, in dem Nichtmuslime die Mehrheit haben. Hilfreich war auch, dass die Politiker der Stadt mit dem CDU-Bürgermeister an der Spitze sich von Beginn an hinter das neue Gebetshaus stellten. Und dass die Finanzierung transparent verlief: Den Bau einer interreligiösen Begegnungsstätte innerhalb der Moschee unterstützen Land und EU mit drei Millionen Euro. Der Rest des Baugeldes stammt aus Krediten und Tausenden von Kleinspenden, die Rentner der Gemeinde bei Hausbesuchen in ganz Deutschland gesammelt haben.
Der überraschendste Grund für das Gelingen war jedoch ist ein anderer: Es waren vor allem Frauen, die das Projekt vorantrieben. Das Wunder von Marxloh ist weiblich. Leyla Özmal, Duisburgs Integrationsbeauftragte, hatte die Idee, mit der Moschee für die Muslime eine öffentliche Begegnungsstätte aller Religionen zu bauen. Elif Saat leitet das interreligiöse Zentrum, das Bistro, Bildungswerk und Besucherräume vereint. Und natürlich Zülfiye Kaykin. Geschäftsführerin der Begegnungsstätte ist ihr offizieller Titel. Doch jeder, der mit dem Bauvorhaben zu tun hatte, weiß: Sie ist die eigentliche Macherin der Moschee.(…)
Ich finde es beruhigend und schön zu lesen, dass Hass, Intoleranz und Rechtsextremismus nicht überall wieder an Stärke gewinnen. Globalisierung erfordert Integration und Duisburg hat gezeigt, wie es funktionieren kann. Toll. Und ganz nebenbei dient es wohl auch dem Ruf der weiblichen Muslima, die sonst ja immer nur im Hintergrund zu stehen scheinen.
Add comment November 2, 2008
Fußball verbindet!
Kerstin findet die positive Nachricht:
Nach dem Spiel Deutschland – Türkei am Mittwoch kam es zu keinen großen Ausschreitungen zwischen den Anhängern beider Nationen. Ich habe keine Schlagzeile gestern gefunden, die das mal ausdrücklich betont und gelobt hat
Also mache ich das mal. Achtung…
Tooooor! Tooooor! Tooooor für interkulturelles Fußball-Fieber!
Also, ich muss sagen, Sport darf ruhig höher bewertet werden, wenn es um Möglichkeiten von Integration und Multikulturalität geht. In Berlin gibt es etliche Döner-Läden mit zwei Fahnen, etliche Asia-Imbisse mit schwarz/rot/gold….etliche Menschen, die einfach gemeinsam Spaß haben. Man sollte das mal mehr betonen, als immer nur auf Prügel zu warten. Ich freu mich aufs Finale! Ole Ole Ole ! (das war spanisch
)
1 comment Juni 27, 2008
So lauschet doch den schönen Worten: Neukölln mal anders!
Kerstin findet die Nachricht:
Aktuell finden im „Problembezirk“ Berlins, Neukölln, die „Wochen der Sprache und des Lesens“ statt. Vom 18. Mai bis zum 1. Juni 2008 wird der Bezirk Neukölln wieder ein Ort sein, wo gelesen, vorgelesen, musiziert, Theater gespielt, gemalt und diskutiert wird.
Das alles findet mit den unterschiedlichsten Menschen, in unterschiedlichen Sprachen und an den unterschiedlichsten Orten statt. Auf öffentlichen Plätzen, den Neuköllner Bahnhöfen der Untergrund- und Schnellbahn, in Schulen, Kitas, Cafés, Restaurants, Parks oder in Warteräumen von Arztpraxen.
Vorlese-Laien wie Profis lesen aus eigenen und fremden Werken, Kinder schaffen Gemälde, sie singen und tanzen, Jugendliche hören und machen Musik.
Über die Intention der Veranstaltung heißt es auf der Internetseite:
„Menschen ohne Sprache? So schlimm ist es noch nicht… Aber wir erleben in den verschiedensten Bereichen jeden Tag aufs Neue wie immer weniger gesprochen und die Sprache zu Schlagworten verkürzt wird.
Wir wollen deshalb auch im Jahre 2008 wieder den Reichtum unserer Sprache und die Vielfalt der Kulturen ins Blickfeld stellen. Nicht umsonst finden die zwei Wochen der Sprache und des Lesens in Neukölln statt, einem Bezirk, der unterschiedliche Kulturen und Generationen zusammenführt und dies auch an vielen Orten ausdrückt. Für 14 Tage soll das durch die geplanten Veranstaltungen näher ins Bewusstsein gebracht werden. Natürlich hoffen wir, dass von diesen zwei Wochen der Sprache und des Lesens Impulse ausgehen, die Neukölln irgendwann zum Zentrum kultureller Vielfalt machen.“
Eine gute Nachricht und ein wundervoller Ansatz, Sprachbarrieren kreativ zu begegnen und Integration aktiv zu fördern. Ich kann mir vorstellen, dass dieses Modell auch in anderen Städten Früchte tragen kann… also, wie immer: Weitersagen!
Stöbern auf der Internetseite www.sprachwoche-neukoelln.de lohnt sich. Hier findet man Presseberichte, Interviews mit den Initiatoren und weitere Informationen. Also, nicht für Berliner interessant!
Add comment Mai 19, 2008
Frau Antuntas zeigt wie’s geht
Verena findet die Nachricht:
Ich wohne in Hessen. In Hessen geht’s gerade rund, wie man sicher auch im Rest von Deutschland feststellen konnte. Am Sonntag wurde gewählt und noch ist keine Einigung in Sicht. Spinnen die, die Hessen?
Manche von uns sicherlich, aber während in der Politik über Abschiebung und härtere Sanktionen diskutiert wird, sind andere längst damit beschäft, mit Optimismus und Engagement da anzupacken, wo es ihnen möglich ist. In einer Schule in der Nähe der Landeshauptstadt versucht die Lehrerin Nurgül Antuntas ihren eigenen Beitrag zur „gelungenen Integration“ zu leisten. Ganz ähnlich Aylin Selcuk. Die Studentin hat mit Freunden einen Verein gegründet, um mit den falschen Vorstellungen von türkischstämmigen Jugendlichen aufzuräumen.
Das Beispiel dieser beiden jungen Frauen und der Vereinsmitglieder zeichnet ein Bild, das etwas von dem Einruck abweicht, der uns in den letzten Wochen und Monaten von jungen Türken vermittelt wurde….
Nurgül Altuntas auf der Website des DIJ
Add comment Januar 30, 2008







