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Taugt der Pauker? Wenn Schüler ihre Lehrer selbst einstellen!

Kerstin findet die Nachricht:

In der WDR-Sendung “echtzeit” vom 13.04.2008 bin ich über diesen Beitrag gestoßen:

Abi im Alleingang. Wir machen Schule!

“Sie haben sich im vergangenen Jahr von ihrer Schule abgemeldet und ein eigenes Projekt gegründet, quasi eine eigene Schule. Die zehn Freiburger Schüler haben ein Ziel: Sie wollen sich selbst den Stoff fürs Abitur beibringen. Diese Woche schreiben sie ihre erste Prüfung. Nun wird sich zeigen, ob ihr Experiment erfolgreich war. Diskussionen um Schulreformen, G8, kürzere Schulzeit und überlastete Schüler – fast jeder glaubt, dass an unserem Schulsystem vieles marode ist und es an allen Ecken und Enden bröckelt. Und bislang bleibt es meist beim Reden darüber. Niemand handelt wirklich, so empfinden es viele Schüler. Ganz anders dagegen Alwin, Lena und ihre acht Stufenkollegen aus Freiburg. Tausende Schüler haben schon mit dem Gedanken gespielt: Wie wäre es, wenn wir unser eigenes Ding machen? Die zehn Freiburger haben diese Idee zur Realität gemacht. Damit sind sie die Ersten. Helden? Idealisten? Spinner?”

Definitiv Helden, Visionäre und Utopisten. Toll. Schüler, die selbst das Zepter in die Hand nehmen, weil sie aus erster Quelle wissen, wo die Schulen Nachholbedarf haben. Zudem wissen 18-Jährige in der Regel schon ganz gut, wie sie ticken, lernen und was sie an Methoden interessiert. Beste Voraussetzungen fürs “Selbstständig werden!

“Möglich ist dieser Abi-Alleingang durch die so genannten „schulfremden Prüfungen“. Eigentlich sollen damit Berufstätige eine Chance aufs Abitur bekommen – an Systemausbrecher, wie die Freiburger Schüler, hatten die baden-württembergischen Ministerien wohl kaum gedacht, als sie diese Möglichkeit schufen. So raten sie heute auch vom Weg der Freiburger Schulausbrecher ab. Doch sollte das Experiment glücken, dann wird die Diskussionen neu entfacht (…) Den Staat kosten Alwin, Lena und ihre acht Mitstreiter auf jeden Fall nichts. Die Schüler finanzieren ihr Projekt selbst: Dank Zuschüssen von Eltern und Spenden von Unternehmen. (…)”

Sehr schön. Ein Gesetztes-Eigentor, welches schlaue junge Menschen zu nutzen wissen. Klar, das jetzt wieder Panik ausbricht und alles mies geredet wird: Bleibt den jungen Menschen zu wünschen, dass Sie ihr Abi schaffen und einen tollen Job oder Studiumsplatz finden, der zu ihnen passt und der sie glücklich macht. Ganz nebenbei stärken Sie durch ihr Projekt das Selbstwertgefühl ausgewählter Lehrer, die fachlich ware Glücksgriffe sind, im maroden deutschen Schulsystem aber völlig untergehen. Eine wirklich gute Nachricht aus Freiburg!

Ich wünschte, so etwas hätte es zu meinem Abi schon gegeben. Endlich mal eine Chance für mündige Schüler, selbstbestimmt zu lernen und mit ihrem eigenen Weg ans große Ziel zu kommen!

Quelle: WDR echtzeit Beitragstext

Linktipp: WDR echtzeit “Wir machen Schule” - Beitrag im Netz ansehen!


4 comments April 16, 2008

Liberaler Ruck im deutschen Katholizismus

Kerstin findet die Nachricht:

“Für Katholiken wäre es eine Revolution: Robert Zollitsch, der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, denkt über ein Ende des Zölibats nach. Dass Priester ehelos leben, sei “nicht theologisch notwendig”, sagt er im SPIEGEL - und lässt Sympathie für SPD und Grüne erkennen.” Auf Spiegel online heißt es weiter: Erst wenige Tage im Amt - und schon wagt er sich an ein Mammut-Projekt: Der Freiburger Erzbischof und neugewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, spricht sich “gegen Denkverbote” beim Thema Zölibat aus. Im Gespräch mit dem SPIEGEL sagt der 69-Jährige, die Verbindung zwischen Priestertum und Ehelosigkeit sei “nicht theologisch notwendig”. Für die katholische Kirche bedeutet diese Aussage eine radikale Abkehr von der bisherigen Praxis. Das ist auch Zollitsch bewusst: Ein Abschied vom Zölibat “wäre eine Revolution, bei der ein Teil der Kirche nicht mitginge”, sagt er. Nötig wäre dafür ein Konzil, weil in das innere Leben der gesamten Kirche eingegriffen werden würde. Zugleich spricht sich Zollitsch für die Öffnung seiner Kirche für neue gesellschaftliche Milieus aus…

Nach einer skeptischen Beobachtung der Wahlen um einen Nachfoger von Kardinal Lehmann habe ich diese Nachricht als überaus positiv empfunden. Schafft es die Katholische Kirche ausgerechnet durch einen fast 70-Jährigen Kardinal einen neuen Ruck durch das katholische Lager der Christen zu ziehen? Es würde mir die Kirche als favourisierte Institution nicht zurück bringen, aber gut täte es ihr, ihrem Ruf und den jungen Kardinälen, die die großartige Chance haben, in Zukunft ihre eigene “Zunft” zu revolutionieren. Danke Herr Zollitsch, können Sie nicht mal mit Herrn Ratzinger sprechen?

Frage an alle: Wie schätzt Ihr die Zukunft der katholischen Kirche ein? Wird sie an Bedeutung gewinnen oder verlieren?

Quelle: Spiegel online

Eckdaten zu Robert Zollitsch


1 comment Februar 18, 2008


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