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Ein Straßenmusiker, der Mut macht

Lars findet die Nachricht:

Vorweihnachts-Adventskonsum-Wahn… wir alle fühlen noch jetzt den Schmerz unter den Fußsohlen und die lahmen Beine. Kaum davon erholt, befinden wir uns schon wieder mit Millionen von Menschen Tüten tragend in den deutschen Fußgängerzonen oder Einkaufszentren auf der Jagd nach Schnäppchen, als hätte es das Ende des Winterschlussverkaufs nie gegeben. Nach anfänglicher Euphorie schleichen sich nach etwa zwei Stunden die ersten Müdigkeitserscheinungen ein. Kraftlos hängen wir das Oberteil, das nicht nur um 80% reduziert wurde, sondern uns auch noch so gut stehen würde, ohne Umweg durch die Anprobe wieder an den Ständer und fühlen zurück an der frischen Luft, wie der Schwindel langsam wieder nachlässt.

Wir alle kennen diese oder ähnliche Erlebnisse und können es uns gut vorstellen. Und in diesem Moment, wie wir so tütenbehangen mit schmerzenden Gliedmassen und auf der Überholspur in eine deftige Migräne hinein in der Fußgängerzone stehen, kurz bevor wir uns die Frage nach dem Warum? stellen, erreichen uns leise, sanfte, beruhigende Klavier-Töne. Nanu? Woher die Musik kommt, wissen wir nicht, doch sie so verdammt gut! Es ist fast wie Balsam für unsere geschundene Konsum-Seele…

So passierte es in letzter Zeit in mancher deutschen Stadt, wie Kiel, Leipzig, Neubrandenburg oder Celle – Straßenmusik besonderer Art. Dass an den Straßenecken oder Gehwegen Musiker mit Gitarre, Akkordeon oder Geige stehen, erscheint uns fast normal und gehört in jedes Stadtbild. Doch hier steht mitten in der Fußgängerzone ein Flügel Marke „August Förster“ und davor sitzt Arne Schmitt. Ohne Noten, aber dafür mit viel Gefühl und Leidenschaft spielt er auf seinem Piano instrumentale Songs von Cat Stevens, Elton John oder Eric Clapton.

Eilende Passanten bleiben plötzlich stehen, nehmen sich Zeit für das eine oder andere Lied, staunen, lauschen, genießen und kommen ins Gespräch. Arne Schmitt uns sein Flügel entzückt sie alle. Ob mit oder ohne Autogramm, mit oder ohne CD, die Menschen setzen ihren Weg anders fort, als sie gekommen sind: Glücklicher, entspannter und beseelter.

Doch wer ist dieser Arne Schmitt? Auf seiner Homepage ist zu lesen, dass er als einer von elf Geschwistern bereits im Alter von zwölf Jahren mit seinem Bruder Straßenmusik vorm Haus der Eltern für die Nachbarn, damals noch mit Akkordeon machte. Nach Abschluss der Realschule jobbte er in verschiedenen Bereichen, bis er sich mit 25 Jahren dazu entschied, Straßenmusiker zu werden und mit seinem Flügel quer durch Europa zu touren. „Ich denke, dass ist eine gute Möglichkeit die Musik frei zu entwickeln. Ich freue mich darüber, wenn ich sehe, dass es den Menschen gefällt, was ich machen.“, sagt Arne von sich selbst.

arneschmitt

Arne Schmitt bin ich persönlich noch nicht begegnet, sondern kenne nur seine Musik auf CD und seine u. g. Homepage. Doch allein die Musik lässt mich in Träumereien versinken und trägt mich weit weg vom Alltag. Für mich ist dieser besondere Straßenmusiker einer der positivsten Menschen unserer Zeit. Er macht Mut, seine Träume zuzulassen und ihnen nachzugehen; er macht die Musik nicht, er lebt Musik. Unsere Welt braucht mehr von diesen Menschen, die unangepasst und mutig ihre Träume verwirklichen und damit ihr Leben und das der anderen bunter, schöner, ja einfach positiver erscheinen lässt.

Arne, ich danke Dir. Komm doch mal nach Bremen!!!

Weiterführender Link:
www.arne-schmitt.com

Add comment Januar 6, 2009

Kreative Ideen gesucht!

Lars findet die Nachricht:

In Bremen suchen die Bürgerstiftung Bremen und die PSD Bank Nord kreative Ideen und tolle Konzepte, von denen zahlreiche Menschen profitieren sollen. Der Wettbewerb heißt „Ideen machen Schule“.

In dem Flyer heißt es:

Gesucht werden Ideen und Projekte, die die Qualität des Lebens von Kindern und Jugendlichen in Bremen verbessern oder aber neue Projekte, die in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. Dabei kann es sich um die unterschiedlichsten Projekte handeln, in denen Schulen und ihre Partnereinrichtungen aktiv sind. Beispielsweise ein gemeinsamer Garten, den alle Beteiligten aufbauen, pflegen und nutzen. Ein neuer Spielplatz, der eingerichtet werden soll. Musikgruppen, die sich finden und aktiv sind, sowie Projekte, die dem Umweltschutz dienen.

Dabei soll es sich um keine Eintagsfliege handeln, sondern ein Projekt mit Zukunft. Im Mittelpunkt der Förderung stehen kreative Konzepte für nachhaltige Aktivitäten ohne Verfallsdatum. Aufgerufen sind alle Schulen Bremens, die mit einer anderen Einrichtung ein Tandem bilden, z. B. Jugendzentrum, Altenheim etc.

Die PSD Bank Nord stellt für diesen Wettbewerb 30 000 Euro zur Verfügung. Schirmherr der Aktion „Ideen machen Schule“ ist der ehemalige Bremer Bürgermeister Dr. Henning Scherf. Eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der PSD Bank Nord, der Bremer Jugend- und Sozialbehörde und der Bürgerstiftung Bremen bewerten die eingereichten Unterlagen und prämiert die überzeugendsten Ideen.

Auch wenn sich erst namenhafte Vertreter der Gesellschaft zusammentun müssen, um einen prämierten Wettbewerb auszurufen, finde ich die Idee positiv, um für Kinder und Jugendliche in Bremen etwas zu tun. Sehr lobenswert ist der hohe Geldbetrag, den die PSD Bank Nord dafür zur Verfügung stellt. Die Chance auf Nachhaltigkeit schätze ich sehr hoch ein, weil kreative Ideen aus dem Kreis der Bürgerinnen und Bürgern Bremens kommen und nicht aus der Politik.

Schon heute freue ich mich auf eine Zeit, in der Menschen sich treffen und kreative Ideen entwickeln, um das Leben für alt und jung, groß und klein, schwarz und weiß usw. auf diesem unseren Planeten für alle positiv zu gestalten, ohne dass ein Wettbewerb, die Politik, Geld oder gar Zwangsmaßnahmen dahinter stehen. Ist diese Hoffnung zu utopisch?

Quelle: Weser-Kurier vom 27.08.08

Weiterführender Link:
www.buergerengagement.bremen.de

3 comments August 31, 2008

Einfach Urlaub ermöglichen…

Lars findet diese Nachricht:

Sonne, Strand und Meer – für viele Kinder aus dem Bremer Osten, der nicht zu den wirtschaftlich stärksten Stadtteilen Bremens zählt, gehörte dies noch nie zum Ferienalltag. Dank einer Einladung der Bremer Reederei Beluga Shipping können nun sieben Kinder eine Woche auf Spiekeroog verbringen.

Damit es den Urlaubern, die in einer am Wasser gelegenen, modern ausgestaltete Unterkunft in familiärer Atmosphäre wohnen, nicht langweilig wird, hat sich Beluga eine Vielzahl von Freizeitaktivitäten einfallen lassen. So wird den kleinen Gästen zwischen 7 und 13 Jahren eine Musikwerkstatt, Ponyreiten und Kurse im Galerie- und Künstlerhaus geboten.

Ich halte dies für eine positive Nachricht. Firmen in Deutschland haben in meinen Augen auch immer eine soziale Verantwortung, mindestens gegenüber ihren Mitarbeitern und deren Familien. Wenn das Engagement auf sozial schwächer gestellte Menschen ausgeweitet wird oder wie hier sogar junge Leute davon profitieren, finde ich dies sehr bemerkens- und erwähnenswert.

Linktipp: Beluga Group

Quelle: Bremer Anzeiger vom 10.08.08

Add comment August 19, 2008

Bremer verkaufen ihre Autos…

Anne findet die Nachricht:

…so jedenfalls berichtet der Weser-Report.

Danach bringen explodierende Spritpreise, ständig steigende Unterhaltskosten und Parkplatznot immer mehr Bremer dazu, ihr Auto zu verkaufen. In Bremen sind derzeit rund 4.400 Pkw weniger gemeldet als zu Jahresbeginn. Der KfZ- Bestand beträgt derzeit 325.112. (wenn ihr mich fragt, immer noch zuviel!!! Bremen ist doch ne gute Fahrradstadt). Den Rückgang führt Nils Linge  vom ADAC Bremen zurück auf die „anhaltende Diskussion über Umweltzonen, Kfz-steuern, Kohlendioxid und Stickstoffdioxid (..die)  verwirrt und blockiert den Verbraucher. Viele wollen nicht mehr darüber nachdenken und geben das Problem bei Car-Sharing-Firmen ab“.

(Ich traue den Bremern durchaus zu, dass sie nachgedacht haben). Wenn nicht, wünsche ich mir  noch viel mehr Verwirrung und Blockierung wenn dabei herauskommt, daß im gleichen Zeitraum die Kundenzahl der Car-Sharing-Unternehmen um 20%!!!! gestiegen ist.

Bettina D. vom Carsharing- Unternehmen Cambio: “ Wir führen das neben den steigenden Autokosten auf die durch den Klimawandel verändernde Haltung zum Individualverkehr zurück“ …..also doch!! Es passiert doch was! Wenn das keine positive Nachricht ist..

Quelle: Weser-Report vom 11.6.08

Add comment Juni 20, 2008

Musik, die keine Quote braucht: Klezmer!

Lars findet die Nachricht:

In Bremen ging in diesen Tagen die Ausstellung Klezmer – Hejmisch & Hip mit dem Untertitel Musik als kulturelle Ausdruckform im Wandel der Zeit zu Ende. Diese Wanderausstellung gibt historische und aktuelle Informationen in Bild, Text und Ton und präsentiert anschaulich die vielfältige weltweite Diskussion zum Thema. Der Blick über den Zaun zum schillernden Feld der Weltmusik ist dabei ein wichtiger Aspekt – ebenso wie die Frage nach der besonderen Bedeutung dieser Musik im jüdischen Selbstverständnis und im deutsch-jüdischen Verhältnis. Leihgeber ist die Stadt Gelsenkirchen / Referat in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zu dieser Ausstellung wurde ein umfangreiches wie auch fantastisches Rahmenprogramm entwickelt, das von Tanz- u. Instrumental-Workshops, über wissenswerte Vorträge, einem sehr interessanten Kinofilm über die berühmten Epstein-Brüder bis hin zu grandiosen Konzerten reichte. Abschluss bildete die legendäre 10. Bremer Klezmer Nacht in der Kulturkirche St. Stephani. Hier verführte der unverwechselbare und große Interpret des jiddischen Liedes Karsten Troyke aus Berlin mit seiner einzigartigen Stimme, und unterstützt vom fantastischen Trio Scho und dem gefühlvollen Klarinettisten Jan Hemerschmidt, die begeisterten Zuhörer und Zuschauer in die Welt des Klezmers – mal tanzend fröhlich, denn trauernd melancholisch.

Die Bremer Gruppe Klezgoyim trug ebenfalls mit ihrer Instrumental-Musik – mal ernst nachdenklich, aber dann wieder fröhlich – zum Gelingen des Abends bei. Insbesondere das große Finale aller Musiker auf der Bühne sorgte für pure Spielfreude bei den Musikern, die überschwappte aufs Publikum, und ich wage zu behaupten, bis in manches Herz des Klezmer-Begeisterten, der mit einer Träne im Auge und mit einer Seele voll Glückseligkeit in einer lauen Sommernacht den Heimweg antrat.

Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Klezmer? Ursprünglich bezog sich der Begriff klezmer (Plural klezmorim) auf die Musiker. Die Klezmermusik ist eine traditionelle jüdische Fest- und Feiermusik, entstanden im Lebensumfeld der Juden Osteuropas. Ihre Wurzeln in der mittelalterlichen Tradition der aschkenasischen Juden, die Weiterentwicklungen durch die jüdischen Einwanderer in den USA und Israel im 20. Jh. und das weltweite Revival seit rund 20 Jahren lassen diese Musik in vielerlei Hinsicht zu einem spannenden Feld musikhistorischer Betrachtungen werden.

Mich persönlich fasziniert die Musik des Klezmers auf vielerlei Hinsicht. Zum einen ist es toll, dass sich eine solche Musikrichtung über Jahrhunderte halten konnte, doch nicht nur das, sondern auch, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einem Revival dieser Musik kam. Ob im 16. oder im 21. Jahrhundert – Klezmer hat an Gefühl und Leidenschaft nichts eingebüßt.

Die Schnelllebigkeit und Wertelosigkeit der heutigen Zeit geht ja bekanntlich auch am Musikwesen nicht vorbei. Eine Kunst, an den Casting-Shows heutzutage vorbei zu kommen. Was zählt ist die Quote und das Geld. Klezmer dagegen transportiert Emotionen, ja sogar kleine Geschichten. Werte wie Trauer, Freude, Liebe oder Leid werden musikalisch hochgehalten. Die Steigerung vom Hören dieser Musik ist selber spielen. Als Klarinettist darf ich sagen, es ist ein Gefühl von Reinigung der Seele; seiner eigenen, aber auch die der Zuhörer.Das bedeutet für mich Klezmer.

Darum ist dies eine positive Nachricht der Kategorie „Ganz persönlich“.

Linktipp: Wikipedia

Linktipp: Martin Kratsch, Klarinettist der Gruppe Klezgoyim

1 comment Mai 14, 2008

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