Beiträge getaggtbremen

Bremer verkaufen ihre Autos…

Anne findet die Nachricht:

…so jedenfalls berichtet der Weser-Report.

Danach bringen explodierende Spritpreise, ständig steigende Unterhaltskosten und Parkplatznot immer mehr Bremer dazu, ihr Auto zu verkaufen. In Bremen sind derzeit rund 4.400 Pkw weniger gemeldet als zu Jahresbeginn. Der KfZ- Bestand beträgt derzeit 325.112. (wenn ihr mich fragt, immer noch zuviel!!! Bremen ist doch ne gute Fahrradstadt). Den Rückgang führt Nils Linge  vom ADAC Bremen zurück auf die “anhaltende Diskussion über Umweltzonen, Kfz-steuern, Kohlendioxid und Stickstoffdioxid (..die)  verwirrt und blockiert den Verbraucher. Viele wollen nicht mehr darüber nachdenken und geben das Problem bei Car-Sharing-Firmen ab”.

(Ich traue den Bremern durchaus zu, dass sie nachgedacht haben). Wenn nicht, wünsche ich mir  noch viel mehr Verwirrung und Blockierung wenn dabei herauskommt, daß im gleichen Zeitraum die Kundenzahl der Car-Sharing-Unternehmen um 20%!!!! gestiegen ist.

Bettina D. vom Carsharing- Unternehmen Cambio: ” Wir führen das neben den steigenden Autokosten auf die durch den Klimawandel verändernde Haltung zum Individualverkehr zurück” …..also doch!! Es passiert doch was! Wenn das keine positive Nachricht ist..

Quelle: Weser-Report vom 11.6.08


Add comment Juni 20, 2008

Musik, die keine Quote braucht: Klezmer!

Lars findet die Nachricht:

In Bremen ging in diesen Tagen die Ausstellung Klezmer - Hejmisch & Hip mit dem Untertitel Musik als kulturelle Ausdruckform im Wandel der Zeit zu Ende. Diese Wanderausstellung gibt historische und aktuelle Informationen in Bild, Text und Ton und präsentiert anschaulich die vielfältige weltweite Diskussion zum Thema. Der Blick über den Zaun zum schillernden Feld der Weltmusik ist dabei ein wichtiger Aspekt - ebenso wie die Frage nach der besonderen Bedeutung dieser Musik im jüdischen Selbstverständnis und im deutsch-jüdischen Verhältnis. Leihgeber ist die Stadt Gelsenkirchen / Referat in Kooperation mit der Bundeszentrale für politische Bildung.

Zu dieser Ausstellung wurde ein umfangreiches wie auch fantastisches Rahmenprogramm entwickelt, das von Tanz- u. Instrumental-Workshops, über wissenswerte Vorträge, einem sehr interessanten Kinofilm über die berühmten Epstein-Brüder bis hin zu grandiosen Konzerten reichte. Abschluss bildete die legendäre 10. Bremer Klezmer Nacht in der Kulturkirche St. Stephani. Hier verführte der unverwechselbare und große Interpret des jiddischen Liedes Karsten Troyke aus Berlin mit seiner einzigartigen Stimme, und unterstützt vom fantastischen Trio Scho und dem gefühlvollen Klarinettisten Jan Hemerschmidt, die begeisterten Zuhörer und Zuschauer in die Welt des Klezmers - mal tanzend fröhlich, denn trauernd melancholisch.

Die Bremer Gruppe Klezgoyim trug ebenfalls mit ihrer Instrumental-Musik - mal ernst nachdenklich, aber dann wieder fröhlich - zum Gelingen des Abends bei. Insbesondere das große Finale aller Musiker auf der Bühne sorgte für pure Spielfreude bei den Musikern, die überschwappte aufs Publikum, und ich wage zu behaupten, bis in manches Herz des Klezmer-Begeisterten, der mit einer Träne im Auge und mit einer Seele voll Glückseligkeit in einer lauen Sommernacht den Heimweg antrat.

Doch was verbirgt sich überhaupt hinter dem Begriff Klezmer? Ursprünglich bezog sich der Begriff klezmer (Plural klezmorim) auf die Musiker. Die Klezmermusik ist eine traditionelle jüdische Fest- und Feiermusik, entstanden im Lebensumfeld der Juden Osteuropas. Ihre Wurzeln in der mittelalterlichen Tradition der aschkenasischen Juden, die Weiterentwicklungen durch die jüdischen Einwanderer in den USA und Israel im 20. Jh. und das weltweite Revival seit rund 20 Jahren lassen diese Musik in vielerlei Hinsicht zu einem spannenden Feld musikhistorischer Betrachtungen werden.

Mich persönlich fasziniert die Musik des Klezmers auf vielerlei Hinsicht. Zum einen ist es toll, dass sich eine solche Musikrichtung über Jahrhunderte halten konnte, doch nicht nur das, sondern auch, dass es in den letzten Jahrzehnten zu einem Revival dieser Musik kam. Ob im 16. oder im 21. Jahrhundert - Klezmer hat an Gefühl und Leidenschaft nichts eingebüßt.

Die Schnelllebigkeit und Wertelosigkeit der heutigen Zeit geht ja bekanntlich auch am Musikwesen nicht vorbei. Eine Kunst, an den Casting-Shows heutzutage vorbei zu kommen. Was zählt ist die Quote und das Geld. Klezmer dagegen transportiert Emotionen, ja sogar kleine Geschichten. Werte wie Trauer, Freude, Liebe oder Leid werden musikalisch hochgehalten. Die Steigerung vom Hören dieser Musik ist selber spielen. Als Klarinettist darf ich sagen, es ist ein Gefühl von Reinigung der Seele; seiner eigenen, aber auch die der Zuhörer.Das bedeutet für mich Klezmer.

Darum ist dies eine positive Nachricht der Kategorie „Ganz persönlich”.

Linktipp: Wikipedia

Linktipp: Martin Kratsch, Klarinettist der Gruppe Klezgoyim


1 comment Mai 14, 2008

Mehr als ein Friseur-Besuch: Wenn Dienstleistung wieder (Mehr)WERT hat!

Lars findet die Nachricht:

Vielleicht bin ich der Einzige, der solch ein Erlebnis hatte, über das es zu schmunzeln wert ist. Vielleicht gibt es da draußen aber auch noch andere, die sich kopfnickend zurücklehnen und genau wissen, was ich mit dem Folgenden zum Ausdruck bringen möchte. Bislang blieb es das Geheimnis meiner Erinnerung - noch habe ich mich nie getraut, darüber mit meinen Mitmenschen in den kommunikativen Austausch zu treten. Das folgende Erlebnis persönlich positiv und motiviert durch Kerstin´s Artikel über den Schaffner, der keiner ist…

Es war im Jahre 2005, als ich vor der Grundsatzentscheidung stand: Friseur oder Haarschneidemaschine? Ich hatte mich damals für Letzteres entschieden und meine damals noch in Sachen Haarpflege unsichere Frau dazu verdonnert: Hier… schneide mir die Haare (bitte)! J Ich weiß es noch wie heute. Es war im Urlaub in einem Ferienhaus in Dänemark. Das Risiko des Haarverschnitts war also optimal minimiert, denn ich war ja nicht zu Hause, nicht im Alltag, nicht diesem westeuropäischen Gestylt-Sein-Druck ausgesetzt. Wer jemals Urlaub in Dänemark gemacht hat, weiß, was ich meine (Stichwort Jogginghose).

Und so kam es, dass ich drei Jahre lang nicht einen einzigen meiner Füße in einen Friseursalon gesetzt habe. Die Zeit verging wie im Fluge und mit jedem Tag wuchs meine Unzufriedenheit gegenüber meiner sich verändernden Haarpracht oberhalb der Stirn. Die Gesamtmenge nahm ab, jeder einzelne Wirbel wurde zum kreisenden Problem. Meine Frau, schulterzuckend mit der dumpf-summend-tönenden Haarschneidemaschine neben mir stehend, wusste auch keinen Rat mehr. War es tatsächlich wieder an der Zeit, tief in seine Geldbörse zu greifen und einen Friseur aufzusuchen? Die Meinungen meiner Familie, speziell meiner jugendlich heranwachsenden Kinder, gingen zwar auseinander, aber alle in Richtung Coiffeur.

Wer ebenfalls zu den Keinen-Stammfriseur-Haber gehört und noch nie einen Haarpfleger seines Vertrauens gesucht hat, weiß, was gemeint ist, wenn der Volksmund zusagen pflegt: Friseure gibt es wie Ferienhäuser in Dänemark. Nach wochenlanger Recherche im Bremer Internet wagte ich es, einem mir unbekannten Friseur mein Vertrauen zu schenken und vereinbarte einen Termin an einem Freitag Nachmittag. Im Ernstfall läge ja ein Wochenende dazwischen, bevor man wieder unter die Leute tritt. Jedoch blieb die innere Unsicherheit, ob die Wahl wohl richtig war?!

Nach fast drei Jahren betrat ich also zum ersten Mal wieder einen Friseur-Salon. (more…)


7 comments April 18, 2008

Liebeserklärung an eine Schule!

Lars findet die Nachricht:

Nach dem PISA-Wahn und den schlechten Schlagzeilen speziell für Bremen, wodurch sich viele Schüler im wahrsten Sinne des Wortes für dumm verkaufen ließen, fand ich heute in der Tagespresse des „Weser-Kuriers” folgenden Artikel:

“Seit Jahren nehmen Bildungsexperten Bremens Schulen unter die Lupe. Dabei kritisieren sie nicht nur, sie finden auch „exzellente Einzelbeispiele”. So waren Gutachter vom Lindauer Institut für Schulentwicklung unter anderem an der Grundschule Andernacher Straße in Bremen-Tenever. „Außergewöhnlich gut durchdacht”, urteilen sie, sei dort die „Entwicklung zum Lern- u. Lebensort für Kinder”.

Als Nicht-Bremer muss man wissen, dass der Stadtteil Tenever für seine Ghetto-Bauten, seinen hohen Anteil an Kindern aus aller Welt und für seine sozialen Probleme bekannt ist. Wer in Bremen und besonders „Tenever” hört, assoziiert damit sehr schnell Gewalt, Vandalismus und Jugendkriminalität.

In dem Artikel heißt es weiter:

[...] Tenever, Gewalt, Vandalismus - von solchen Assoziationen muss sich verabschieden, wer an die Andernacher Straße kommt: Es gibt keine Graffiti, keine eingeschlagenen Scheiben, kein Frühstückspapier auf dem Boden. „Schulengel” sind erste Ansprechpartner, wenn es Streit gibt, Klassenrat und regelmäßige Kinderkonferenzen stärken das Gemeinschaftsleben.[...]

Man fragt sich, welcher Geist dort auf einer scheinbaren schönen Insel für Kinder in der Andernacher Straße regiert. Und wie kommt das zustande?

[...] Uwe Hehr ist Schulleiter. Nur zwei Begriffe braucht er, um zu erklären, was das Besondere an seiner Schule ist: „Wertschätzung und Respekt”. Es ist die menschliche Beziehung, die für den studierten Sonderschullehrer im Mittelpunkt stehen, nicht der Stoff. „Grundschüler lernen für die Beziehung”, sagt Hehr. Die freundliche Anerkennung durch den Lehrer - das ist es, wofür sie sich anstrengen.[...]

Wertschätzung und Respekt sind zwei große Begriffe, die sich gut anhören und oft ge- bzw. missbraucht werden, doch wie werden sie umgesetzt in einer Grundschule, in der 95% der Kinder Migrationshintergrund haben?

[...] Morgens um sieben öffnen sich die Schultore - der Lehrer kommt aber erst nach acht. „Die Kinder organisieren sich selbst”, sagt Schulleiter Hehr. Sie spielen in den Fluren, holen sich Frühstück im Speiseraum. Und wenn es doch mal Probleme gibt, ist ein Erwachsener nicht weit. Der Übergang aus diesem offenen Anfang zum Unterricht ist „schleichend”, sagt Hehr. Ab Viertel vor acht können die Kinder ins Klassenzimmer. Wenn der Lehrer kommt, sitzen die meisten schon vor ihren Rätselheften.[ ...] Auf Noten wird verzichtet. Ein Ausdruck einer Grundhaltung an der Andernacher Straße: “Wir wollen nicht, dass ein Schüler die Grundschule verlässt mit dem Gefühl: Ich bin ein Versager.”[...] Großen Wert legt man auf die Gestaltung der Schule als Ort zum Wohlfühlen. Bunte Wandgemälde kennzeichnen die Gebäudeteile und spiegeln viele Heimat Kulturen wieder. [...] Bei den Schülern kommt das an. „Lieber Herr Hehr”, steht in einem Brief an den Rektor. „Ich finde unsere Schule ist sehr schön… Du bist nett.”[...]

Liebeserklärung an eine Schule! Das ist doch mal eine positive Nachricht aus der Schulszene Bremens. Unter all den Vorurteilen und Verurteilungen in Bezug auf die Schulpolitik, den Schulstoff, die Lehrer, die Schüler etc. werden kleine Inseln geschaffen, auf denen die Bedürfnisse der Kinder an die erste Stelle gestellt werden; auf denen Wertschätzung und Respekt keine hohlen Begriffe sind, sondern tatsächlich praktiziert werden. Ein Vorbild für andere, ein Vorbild für Dich und mich…

Quelle: Weser Kurier vom 12.04.08

Linktipp: www.gts-tenever.de


2 comments April 12, 2008


Positive Meldungen online: 124

Seiten

Kategorien

Neueste Artikel

Neueste Kommentare

couchsurf zu Sofa-Tausch mit Gastgeschenk: …
tina zu Ein Buch im Baum - zugreifen u…
Carola zu Studiengebühren abgescha…
Verena zu Im Wald leben ohne ihn zu zers…
Kerstin zu Studiengebühren abgescha…

Top-Beiträge

Schlagworte

Archive

Links

Feeds

Blog Stats

Add to del.icio.us