Eine zweite Chance! Der Jugendrichter aus Granada…

Februar 14, 2009 at 12:50 p 7 Kommentare


Sabine findet die Nachricht:

jugendrichter

Ich bin vorgestern im TV auf eine Dokumentation gestoßen, die mich beeindruckt hat. Hier wurde ein Jugendrichter aus dem spanischen Granada vorgestellt, der bekannt dafür ist, dass er jugendliche Straftäter mit ihren Taten konfrontiert und individuell “bestraft” bzw. “belehrt”. Sowas habe ich noch nie gesehen – die Jugendlichen haben alle positiv über ihre “Strafen” gesprochen und meist ihre zweite Chance ernsthaft genutzt. Nicht verurturteilen, sondern hinterfragen, warum die Jugendlichen bestimmte Dinge tun – das liegt diesem Jugendrichter am Herzen. Eine tolle Doku, die ich hiermit gerne empfehlen möchte. Sie läuft am 20. und 27. Februar 2009 noch einmal auf Arte (–> LINK) bzw. auch online zu sehen auf Arte.de(LINK)

Hier noch mal eine kurze Beschreibung zum Film:

Der Jugendrichter von Granada, Emilio Calatayud, ist bekannt für seine außergewöhnlichen, unkonventionellen Urteile. Ein junger Gewalttäter, der einem anderen Jugendlichen “eine in die Fresse haut”, lässt er in den Toiletten von staatlichen Einrichtungen Spiegel putzen. Damit er, wie der Richter sagt, “Gelegenheit hat, stets in die eigene ‘Fresse’ zu schauen”. Einen anderen Jungen, der Motorrad ohne Versicherung fährt, lässt er über Hundert Stunden lang in einer Unfallklinik mit Behinderten arbeiten. Computer-Hacker, die Firmen große Verluste bringen, müssen Gleichaltrige in Informatik unterrichten. Emilio Calatayud lässt die Täter die Tragweite ihrer Taten spüren. Und er versucht zugleich, Lernprozesse in Gang zu setzen – nicht nur bei Bagatelldelikten. Emilio Calatayud ist nicht nur der prominenteste, sondern auch der erfolgreichste Jugendrichter Spaniens. Er lässt die jungen Täter nach dem Urteilsspruch nicht allein. Er begleitet sie jahrelang, bis sie wieder in die Gesellschaft zurückgefunden und eine Zukunftsperspektive haben. Dabei kann er sich auf die Hilfe eines Teams von 30 Psychologen und Sozialarbeitern stützen. In Granada nennt man Emilio Calatayud deshalb “Padrazo” – den großen Vater. Er schafft es, dass über 70 Prozent der Jugendlichen, die aufgrund ihrer Straftaten in einer geschlossenen Anstalt landen, nicht rückfällig werden.

Linktipp: Kurzdokumentation online auf ARTE

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Chance für Künstler Gute Nachrichten in der Frankfurter Rundschau

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