Raus aus dem Arbeitsalltag und rein ins wahre Leben!

Mai 20, 2008

Kerstin findet die Nachricht:

Unternehmen fördern das soziale Engagement ihrer Mitarbeiter, um selbst davon zu profitieren

In der Berliner Zeitung habe ich folgenden Artikel gefunden:

Als Bernd Schulz im Oktober vergangenen Jahres zur Arbeit fuhr, dachte er: Ich muss mal was anderes machen, ich will mehr mit Kindern arbeiten. Am selben Tag fand der Personaleinsatzplaner eine Nachricht seines Arbeitgebers im PC, der mitteilte, alle Mitarbeiter könnten sich bis zu drei Monate freistellen lassen, um an einem humanitären Hilfseinsatz oder in einem sozialen Projekt mitzuarbeiten – bei voller Weiterzahlung des Gehalts. „Da hat es gekribbelt und ich dachte: Das ist genau das, was ich will“, sagt der 43-Jährige. „Zwei Tage später habe ich mich beworben.“

Am 1. Februar 2008 wechselte Bernd Schulz seinen Arbeitsplatz. Für drei Monate. Statt bei Vodafone im Callcenter Mitarbeiter einzuteilen oder Urlaubsanträge zu bearbeiten, ging er täglich ins Büro des „Berliner Herz“. Für das ambulante Kinderhospiz arbeitete er bereits seit knapp einem Jahr als ehrenamtlicher Familienbegleiter, zuvor engagierte er sich jahrelang bei der Björn-Schulz-Stiftung, die das Kinderhospiz Sonnenhof betreibt – alles in seiner Freizeit. Jetzt hatte er viel mehr Zeit, sich um schwer kranke Kinder und Jugendliche zu kümmern.

(…) Vodafone-Sprecherin Anka Vollmann erklärt, mit solchen Programmen wolle man das Engagement der Mitarbeiter anerkennen, sie enger ans Unternehmen binden und besser motivieren. Auch andere Firmen unterstützen Mitarbeiter, die sich für die Allgemeinheit engagieren. Bei der Berliner Bank gibt es zum Beispiel die „Initiative plus“. Dort kann sich jeder Mitarbeiter einmal im Jahr einen ganzen Tag lang in seiner Freizeit ehrenamtlich engagieren. Die Organisation, die er unterstützt, erhält von der Bank 500 Euro. Ähnliche Programme haben Bayer Schering und die Gasag. Die Skandia Versicherung schickt demnächst Manager für drei Tage ins ambulante Kinderhospiz Berliner Herz. Siemens entsendet Führungskräfte zu eintägigen Hilfseinsätzen; ehrenamtlich tätige Mitarbeiter werden mit Geld- und Sachmitteln unterstützt, im Einzelfall auch freigestellt. Die Post hat ein eigenes Team aus freiwilligen Mitarbeitern, die im Katastrophenfall mit Logistik helfen und dafür bei Weiterzahlung des Gehalts freigestellt werden. Wer sich beim Technischen Hilfswerk oder bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert und bei der BVG arbeitet, wird ebenfalls zeitweise freigestellt und bekommt weiter sein Gehalt.

Und nun der wirklich positive Absatz:

Ob sich die Freistellung von Bernd Schulz für seinen Arbeitgeber rechnet, ist fraglich. „Für mich hat sich herauskristallisiert, dass ich langfristig beruflich einen anderen Weg gehen will“, sagt Schulz. Er wolle ein eigenes Hospiz gründen. Ob er dann weiter im Callcenter arbeiten wird, wisse er noch nicht.

Ich habe den Artikel gelesen und dachte. „Super“! Endlich merken Unternehmen, dass Ihre Arbeitnehmer den Druck der rationalen Arbeitswelt nicht mehr einfach so kompensieren können. Mit PC´s und Druckern läßt sich so schwer reden. Dass die Unternehmen durch die Förderung von Engagement eine engere Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen erzielen möchten, ist bedauerlich, aber legitim. Wundervoll hingegen ist, dass die Menschen einfach merken, dass das Arbeitsleben, so wie es heute leider ist, nicht mehr glücklich macht, dass es nicht mehr Werte wie Geld und Ruhm sind, die einen morgens zum Aufstehen mobilisieren. Es geht uns allen wieder mehr um das menschliche, um das Miteinander, das helfen und zuhören, anpacken und beistehen. Ich hoffe, das es bald einen kräftigen Ruck gibt…. und das Sozialsystem endlich finanziell besser gefördert und unterstützt wird. Und das die Arbeit in Hospizen und Kinderheimen so attraktiv ist wie ein Managerjob bei einem Global Player. Denn das ist unsere Zukunft!

Quelle: Berliner Zeitung

Linktipp für Engagement-Willige in Berlin und München: Gute-Tat.de

Linktipp für deutschlandweite Projekt-Sucher: dieGesellschafter

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2 Comments Add your own

  • 1. Sabine  |  Mai 21, 2008 at 10:41 p

    :-)

    wie schön das der Bernd es mit dem Artikel in die Berliner Zeitung geschafft hat,hihi ich kenn ihn,ist qasi nen Kollege von mir,denn ich bin auch beim Berliner Herz,nur leider nicht freigestellt von meinem Arbeitgeber,aber Spass macht es trotzdem :-)

    Linktip: http://www.berlinerherz.de/

    Antworten
  • 2. Bernd  |  Juni 24, 2008 at 12:55 p

    Lieber Bernd,

    da bin ich beim googlen drauf gestoßen, hast du schon gesehen?

    Grüße, ulrike

    Antworten

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